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Sport Fußball
09/07/2020

Ex-Sportchef Shapourzadeh: "Admira war 2017 eigentlich insolvent"

Der ehemalige Sportdirektor der Südstädter, Amir Shapourzadeh, blickt ohne Zorn zurück und erklärt, warum es zur Trennung kam.

von Alexander Huber

Am 20. Mai hat die Admira die Trennung von Amir Shapourzadeh bekannt gegeben. Dreieinhalb Jahre war der aus Würzburg mit Empfehlungen von Sponsor Flyeralarm gekommene Deutsch-Iraner Sportdirektor.

Dreieinhalb Monate später meldet sich Shapourzadeh erstmals zu Wort und erklärt im KURIER-Gespräch die Gründe für sein Aus. „Ich wollte in einer turbulenten Saison sicher gehen, dass der Verein im Abstiegskampf die nötige Ruhe hat“, erklärt der 37-Jährige sein Schweigen.

Vor dem Saisonauftakt der Admira am Freitag bei Rapid (18.30 Uhr) sind die Gefühle von Shapourzadeh gemischt. Einerseits freut er sich über die finanzielle Genesung: „Als ich im Jänner 2017 übernommen habe, war die Admira eigentlich insolvent.“ Andererseits kann er nicht (mehr) alle sportlichen Entscheidungen nachvollziehen. Und deswegen kam es auch zur Trennung.

„Ich war im Februar pro Klaus Schmidt und habe mich gegen einen neuerlichen Trainerwechsel ausgesprochen. Klaus hat uns stabilisiert und hatte einen super Draht zur Mannschaft“, sagt Shapourzadeh. „Aber es ist zu akzeptieren, dass mit den neuen Strukturen auch eine andere Ausrichtung gewählt wurde.“

PK "NEUE FLYERALARM UNTERNEHMENSEINHEIT IM BEREICH FUSSBALL": MAGATH

Felix Magath war der neue starke Mann, und als solcher holte er seinen früheren Co-Trainer Zvonimir Soldo. Knapp davor sind die Südstädter an einer historischen Marke vorbeigeschrammt: „Wir hätten unsere erfolgreiche Nachwuchsarbeit mit einem Top-Transfer krönen können.“ Doch der Verkauf von Emanuel Aiwu zu Salzburg wurde nicht freigegeben. Auf zwei Millionen Euro fixe Ablöse plus eine weitere Million an möglichem Bonus verzichteten die Südstädter, um das größte Talent im Abstiegskampf zu halten.

Kreativität gefordert

„Trotzdem haben wir mit Sasa Kalajdzic einen Rekordtransfer geschafft und in meiner Amtszeit Millionen lukriert, einen hohen siebenstelligen Betrag mit Transfers“, rechnet der frühere Mittelfeldspieler vor. Dass nicht alle Neuverpflichtungen einschlugen, gehört für den Manager dazu: „Wenn du kaum Ablöse bezahlen kannst, musst du es mit Kreativität versuchen, so wie bei Bakis.“

Als letztes Projekt versuchte Shapourzadeh, Kapitän Toth als Leithammel für die Juniors und einen Anschluss-Job im Verein zu gewinnen: „Das hätte er sich verdient.“ Seine Nachfolger Ernst Baumeister (und jetzt Franz Wohlfahrt) wollten oder konnten nicht finalisieren.

Negative Worte über seinen Ex-Arbeitgeber sind nicht zu hören. Nur einmal muss sich Shapourzadeh, der wieder für eine neue Aufgabe bereit wäre, auf die Zunge beißen. Zur Verabschiedung verkündete die Admira, künftig stärker auf den eigenen Nachwuchs zu setzen. Seither sind fünf Legionäre, Ersatzgoalie Hadzikic und der 37-jährige Stefan Maierhofer verpflichtet worden.

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