Soriano (li.) sorgte für die Salzburger Führung.

© Red Bull/GEPA/Felix Roittner

Europa League
10/24/2013

Salzburg auf dem Weg ins Sechzehntelfinale

Die Salzburger schlagen auch Standard Lüttich und haben weiterhin eine makellose Bilanz.

von Stephan Blumenschein

Drei Spiele, drei Siege, neun Punkte: Salzburg steht nach dem hart erkämpften 2:1 gegen Belgiens Leader Standard Lüttich vor dem Aufstieg in die Runde der letzten 32 der Europa League.

Trainer Roger Schmidt hatte den Gegner am Sonntag in der Liga gegen Charleroi beobachtet. Doch beim 2:2 in Lüttich hatte er eine andere Startelf zu sehen bekommen als am Donnerstag. Trainer Luzon brachte fünf neue Spieler. Schmidt selbst veränderte seine Elf im Vergleich zum 6:0 gegen Innsbruck hingegen nur auf zwei Positionen: Keeper Gulacsi und Rechtsverteidiger Schwegler, die beide zuletzt nicht fit waren, spielten von Beginn.

So oder so: Belgiens Tabellenführer war ein ganz anderes Kaliber als jene Gegner, die Salzburg normalerweise in Österreich vorgesetzt bekommt. Standard hatte bei Elf gegen Elf das Mittel gefunden, um Salzburg zu bremsen. Der Raum vor dem eigenen Strafraum wurde perfekt zugestellt, Salzburg fehlten die Bewegung, die Ideen, der Spielfluss und das Tempo. Dazu verlor Standard keinen Ball in der eigenen Hälfte, Red Bull konnte deshalb in Hälfte eins nie das gewohnte Umschaltspiel aufziehen.

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Mangelware

Das Spiel war eine zähe Angelegenheit. Salzburg schoss erst in der 28. Minute aufs Tor, Manes Versuch ging deutlich vorbei. Standard brauchte noch fünf Minuten länger, um gefährlich zu werden: Carcela-Gonzalez schoss ebenso klar daneben wie Mane kurz zuvor.

Kurz danach standen beide wieder im Mittelpunkt: mit dämlichen Aktionen. Zunächst sah der Standard-Marokkaner wegen einer Attacke von hinten an Mane zum zweiten Mal Gelb (38.).

Vier Minuten später folgte ihm der Salzburg-Senegalese in die Kabine: Mane wurde von einem Belgier zwar berührt – anstatt einfach umzufallen, sprang er spektakulär ab und sah ebenfalls zum zweiten Mal Gelb.

Bei Zehn gegen Zehn fanden die Salzburger jene Räume vor, die sie bei Elf gegen Elf nicht hatten. Der Druck wurde größer. Und sofort fiel ein Tor: Standard-Verteidiger Ciman wehrt einen Leitgeb-Schuss ab, der Ball fiel Soriano vor die Füße – 1:0 (53.).

Danach half Schiedsrichter Kruzliak den Salzburgern: Kanu wurde wegen einer Tätlichkeit an Schwegler ausgeschlossen, die eigentlich keine war (65.).

Mit einem Mann mehr hatte Salzburg noch mehr Platz: Ramalho nützte eine der zahlreichen Chancen zum 2:0 (85.).

Standards Anschlusstor durch einen von Mujangi Bia verwerteten Elfer kam zu spät (88.). Salzburg gewann schlussendlich verdient mit 2:1.

Salzburg - Standard Lüttich 2:1 (0:0)

Salzburg, Red-Bull-Arena, 14.856, SR Kruzliak (SVK)

Tore:
1:0 (53.) Soriano
2:0 (85.) Ramalho
2:1 (88.) Mujangi Bia (Foul-Elfer)

Salzburg: Gulacsi - Schwegler, Ramalho, Hinteregger, Ulmer - Kampl, Ilsanker, Leitgeb (82. Schiemer), Mane - Alan (87. Nielsen), Soriano (61. Berisha)

Lüttich: Kawashima - Opare, Kanu, Ciman, Van Damme - Bulot, Buyens, Vainquer (76. Mujangi Bia), Carcela-Gonzalez - Ezekiel (70. Ben Haim), Mpoku (59. Batshuayi)

Rote Karte: Kanu (67./Foulspiel)

Gelb-Rote Karten: Mane (42./Foulspiel bzw. Schwalbe) bzw. Carcela-Gonzalez (38./wiederholtes Foulspiel)

Gelbe Karten: Ramalho, Ilsanker bzw. Ezekiel

Soriano: "Heute war es schwierig für uns"

Jonatan Soriano (Salzburg-Kapitän, Torschütze zum 1:0): "Heute war es schwierig für uns. Wichtig ist, dass wir gewonnen haben. Vielleicht läuft es im nächsten Match spielerisch wieder besser. Das nächste Auswärtsmatch in Lüttich ist sehr wichtig. Wir wollen auch dort gewinnen und wichtige Punkte für den Aufstieg holen."

Andre Ramalho (Salzburg-Torschütze): "Es war ein ganz schwieriges Spiel. Wir sind gut unterwegs."

Roger Schmidt (Salzburg-Trainer): "Man hat Lüttich angemerkt, dass es um alles ging, dass es für sie bei einer Niederlage sehr schwer wird. Sie waren aggressiver und laufbereiter als am Sonntag bei dem Spiel, das ich gesehen habe. Wir sind vielleicht schwerer ins Spiel gekommen, als wir das gewohnt sind. In der Halbzeit war klar, dass wir die zweiten 45 Minuten so angehen wollen, dass wir gewinnen. Der Elfer war ein bisschen unnötig, aber wir haben das Spiel verdient gewonnen. Wir haben jetzt einen Matchball in Lüttich."

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