Sport | Fußball
21.08.2018

Mattersburg beurlaubt Baumgartner - Schmidt soll folgen

Schon nach vier Runden ist der erste Trainerwechsel in der jungen Bundesliga-Saison perfekt.

Der schlechte Start des SV Mattersburg in die neue Bundesliga-Saison hat Konsequenzen. Man sehe sich aufgrund der zuletzt gezeigten sportlichen Leistungen dazu veranlasst, Trainer Gerald  Baumgartner mit sofortiger Wirkung freizustellen, hieß es am Dienstag in einer Vereinsmitteilung.

Eine weitere Personalie klärten die Mattersburger ebenfalls am Dienstag: Ex-Nationaltorhüter Robert Almer wird sportlicher Leiter bei den Burgenländern. Der 34-Jährige hatte im Sommer seine Karriere verletzungsbedingt beendet und war seither Tormanntrainer beim SVM.

Die Burgenländer hatten zuletzt beim 0:6-Heimdebakel gegen den WAC die dritte Niederlage en suite kassiert. Zuvor gab es eine Pleite bei Aufsteiger Hartberg und daheim gegen Meister Salzburg. Nur zum Auftakt hatten die Burgenländer in Altach gewonnen.

Mattersburg will bis zur Länderspielpause ab 3. September einen Nachfolger bestellen. Vorerst leitet Amateur-Trainer Markus Schmidt das Training. Das erste Mal wird er dies am Dienstag Nachmittag tun. Das für Vormittag angesetzte Training wurde abgesagt, die Spieler wieder nach Hause geschickt. Zu einer Langzeit-Lösung kann Schmidt, der selbst von 1998 bis 2012 im Mattersburg-Trikot spielte, aber nicht werden. Dem 40-Jährigen fehlt die dafür nötige UEFA-Pro-Lizenz.

Nachfolger von Baumgartner soll laut Sky Ex-Altach-Trainer Klaus Schmidt werden. Der 50-jährige Grazer hatte die Vorarlberger in der Vorsaison betreut, mit Saisonende aber gehen müssen. Mattersburg wäre seine zweite Station als Cheftrainer im österreichischen Profifußball.

FUSSBALL: TIPICO BUNDESLIGA / CASHPOINT SCR ALTACH - RZ PELLETS WAC

Teure Beurlaubung

KURIER-Informationen zufolge gab es zwischen Baumgartner und Teilen der Mannschaft schon einige Zeit ein angespanntes Verhältnis. Der 53-jährige Salzburger ist bekannt für seinen teils scharfen Umgangston. Unstimmigkeiten gab es offenbar schon vor dem 0:6 gegen den WAC. Am Freitag wurde Baumgartners langjähriger Co-Trainer Renato Gligoroski freigestellt.

Ganz unerfolgreich war Baumgartner im Burgenland jedenfalls nicht. Von 62 Pflichtspielen konnten unter dem ehemaligen Pasching-, St. Pölten- und Austria-Trainer konnten 27 gewonnen werden, zwölf Mal spielte man unentschieden, 23 Partien wurden verloren.

Die Beurlaubung Baumgartners dürfte dem SV Mattersburg jedenfalls auch teuer zu stehen kommen. Der Trainer übernahm die Mannschaft im Jänner 2017. Nach Schaffen des Klassenerhalts verlängerte sich sein Vertrag per Option um drei Jahre bis 2020.

Die schnellsten Trainerwechsel in der Bundesliga

1/8

In der vergangenen Saison dauerte es noch sieben Runden bis es zu einem Trainerwechsel kam. Jochen Fallmann trat nach nur einem errungenen Punkt aus sieben Partien als Coach des SKN St. Pölten zurück. 

In der Saison 2016/'17 wurde auch Karl Daxbacher der schlechte Saisonstart des SKN zum Verhängnis. Nach zehn Spielen ohne Sieg bzw. sieben Zählern nach zwölf Runden musste Daxbacher gehen. 

Der Isländer Helgi Kolvidsson musste in der Spielzeit 2015/'16 bereits nach fünf Runden seinen Trainersessel bei der SV Ried räumen. Nach fünf Spielen waren die Innviertler sieglos, vier Partien wurden verloren.

In der Saison davor hatte Darko Milanic Sturm Graz so schnell wie möglich verlassen wollen - nach neun Spieltagen. Das passierte allerdings auf eigenen Wunsch, der Slowene hatte ein lukratives Angebot des englischen Traditionsklubs Leeds United vorliegen.

Es war 10. August 2013 und die Amtszeit von Toni Polster als Trainer der Admira bereits vorbei. Das "Missverständnis" zwischen dem legendären Stürmer und den Südstädtern endete nach gerade mal vier Pflichtspielen. 

In der Saison 2012/'13 durfte Walter Kogler bis zum 10. Oktober 2012 Wacker-Coach sein. Nach elf Runden und einer bitteren Bilanz von sieben Niederlagen in Serie und 3:19 Toren musste er die Innsbrucker verlassen. 

Kurz war auch Georg Zellhofers Gastspiel in Ried. Der vorherige Rapid- und Austria-Coach verließ am 2. Juli 2008 den Klub, ohne davor ein Bewerbsspiel mit dem Oberösterreichern absolviert zu haben. Zellhofer war erst am 8. Mai 2008 als neuer Ried-Coach präsentiert worden. 

PK ÖFB: CONSTANTINI

Einen Kurzzeit-Rekord als Trainer hat wohl Dietmar Constantini aufgestellt. Der damals 43-Jährige wurde am Vormittag des 1. Juli 1998 als neuer Coach des Bundesliga-Aufsteigers Vorwärts Steyr präsentiert, am Nachmittag zog er die Konsequenzen aus den klubinternen Querelen, kündigte seine Zusammenarbeit auf und fuhr heim nach Tirol.