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Sport Fußball
06/25/2012

Englands schwarze Elfer-Serie

Es gehört zu einem großen Fußballturnier wie bunte Fans und schöne Tore: England geht im Elferschießen k.o.

von Florian Plavec

Ein Elfmeterschießen sei die ungerechteste Art, ein Spiel zu entscheiden, heißt es immer. Ein Elfmeterschießen sei reine Glückssache, wird gesagt. Und doch ist es kein Zufall, dass die Spieler der Three Lions beim Schuss vom Elfmeterpunkt regelmäßig versagen.

Im siebenten Versuch bei großen Turnieren scheiterten die Engländer zum sechsten Mal. Insgesamt trafen nur 25 von 37 englischen Schützen bei WM oder EM im Elfmeterschießen – jeder dritte Versuch war also ein Fehlschuss. Laut Statistik sollten Profifußballer 80 Prozent der Elfmeter verwandeln.

Nervensache

Klar ist, dass Spielern die Nerven flattern, wenn sie in der Vergangenheit einen Elfmeter vergeben haben. Nun ist allerdings auch wissenschaftlich bewiesen, dass ein Spieler selbst dann schlecht schießt, wenn sein Team einmal versagt hat – obwohl der Spieler selbst gar nicht dabei war. Dies behaupten die Autoren rund um den norwegischen Sportpsychologen Geir Jordet (www.geirjordet.com) in ihrer Studie, die im British Journal of Psychology erschienen ist. Demnach ist das Versagen vom Punkt eine nationale Bürde, die jedem Spieler auferlegt ist.

Eingeführt wurde das Elfmeterschießen 1976, die Studie untersuchte alle 31 Spiele, bzw. 309 Penaltys bei Europa- und Weltmeisterschaften, in denen das Elfmeterschießen über den Aufstieg entschied. Resultat: Die Trefferquote der Mannschaften, die in einem vorangegangenen Elfmeterschießen erfolgreich waren, lag bei 83 Prozent, während davor unterlegene Teams nur auf 72 Prozent kamen. Verloren Mannschaften zwei oder drei Mal in Serie, sank die Quote gar auf 57 Prozent.

Druckaufbau

Das Wissen um die schlechte Bilanz erhöht den Druck, der auf den Spielern lastet, behauptet Wissenschaftler Jordet. Zudem fand er heraus, dass Elfmeterschützen eher vergeben, wenn sie vor dem Schuss dem Tormann den Rücken zuwenden, den Blickkontakt vermeiden und schnell schießen, um es hinter sich zu bringen.

Strafstöße zu üben, nütze übrigens gar nichts, sagt der Wissenschaftler: "Denn einen zu verwandeln, ist eigentlich gar nicht besonders schwierig."

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