Die Portugiesen gehen als erste Nations-League-Sieger in die Geschichte ein.

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Sport | Fußball
06/09/2019

Portugal erster Gewinner der Nations League

Guedes avanciert im Finale gegen die Niederlande zum Matchwinner. Rang drei geht nach einem Elfmeterkrimi an England.

Portugal hat die erste Auflage der Nations League gewonnen. Der Europameister von 2016 setzte sich am Sonntag im Finale in Porto gegen die Niederlande mit 1:0 (0:0) durch. Der Gastgeber des Finalturniers konnte damit seinen Heimvorteil nutzen. Zum Matchwinner avancierte der 22-jährige Valencia-Stürmer Goncalo Guedes mit einem platzierten Schuss ins Eck nach genau einer Stunde.

Während die Niederländer mit jenen Spielern antraten, die auch beim 3:1-Sieg nach Verlängerung gegen England im Halbfinale am Mittwoch in der Startformation gestanden waren, gab es bei den Portugiesen drei Änderungen gegenüber dem 3:1-Erfolg gegen die Schweiz. Die Gastgeber waren es auch, die vor der Pause die besseren Momente hatten. Niederlande-Tormann Jasper Cillessen musste sich in seinem 50. Länderspiel vor allem bei einem Fonte-Abschluss (28.) und einem Weitschuss von Bruno Fernandes (30.) auszeichnen.

Ergebnisverwaltung

Nach Wiederbeginn waren die Niederländer etwas besser in der Partie, Tormann Rui Patricio war bei einem Abschluss von Memphis Depay (57.) auf dem Posten. Das Tor fiel kurz darauf auf der anderen Seite. Nach Vorarbeit von Bernardo Silva zog Guedes von der Strafraumgrenze ab, Cillessen war zwar noch dran, konnte aber nicht mehr entscheidend abwehren.

Cristiano Ronaldo, der in der Vorschlussrunde alle drei Tore erzielt hatte, und Co. begnügten sich in der Folge mit dem Verwalten des Resultates, ließen die Gäste anlaufen. Rui Patricio parierte einen Depay-Kopfball (65.), ein Schuss von Marten de Roon aus 20 Metern ging knapp drüber (78.), "Joker" Luuk de Jong brachte einen Kopfball aus guter Position nicht aufs Tor (83.). Die Niederländer warten damit weiter seit dem EM-Gewinn 1988 auf einen internationalen Titel.

Aluminium-Garantie

Rang drei sicherte sich England. Die "Three Lions" behielten im "kleinen Finale" in Guimaraes gegen die Schweiz mit 6:5 im Elfmeterschießen die Oberhand. Der Erfolg der Truppe von Teamchef Gareth Southgate war völlig verdient, hatte sie doch während der torlosen 120 Minuten bei einem klaren Chancenplus gleich viermal das Aluminiumgehäuse getroffen.

Im Elfmeterkrimi verwerteten aufseiten der Engländer alle sechs Schützen, darunter auch Tormann Jordan Pickford. Der 25-jährige Schlussmann von Everton hielt dann auch den letzten Schweizer Schuss von Josip Drmic.

VAR-Entscheidung

Die Engländer hätten beinahe einen Start nach Maß hingelegt, Harry Kane traf schon in der zweiten Minute die Stange. Im Lauf der Partie kamen drei weitere Aluminiumtreffer der Truppe von Teamchef Gareth Southgate hinzu. Beim letzten landete ein hervorragend angetragener Freistoß von Raheem Sterling an der Querlatte (117.). In der Verlängerung hatten die Engländer mit 9:1-Torabschlüssen wie über die gesamte Partie klar das Heft in der Hand.

Beinahe hätte es gar keine Verlängerung gegeben. Wenige Minuten vor Ende der regulären Spielzeit war der Ball im Tor, der Treffer von Callum Wilson wurde wegen eines Fouls nach Entscheidung des Video-Schiedsrichters zurecht aberkannt. Der Nations-League-Sieger wurde am Abend (20.45 Uhr) in Porto im Duell von Gastgeber Portugal mit den Niederlanden gekürt.