Sport | Fußball 18.04.2012

EM-Vorbereitung: Die Spanier kommen

Die Fans können im Aktivpark Montafon wieder nach Autogrammen von Spaniens Torres jagen. © Bild: APA/EXPA/ Johann Groder

Österreich ist für einige EURO-Teilnehmer eine Reise wert. Der Welt- und Europameister gastiert in Vorarlberg.

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51 Tage vor dem Eröffnungsspiel der Fußball-EM gab es im Montafon etwas zu feiern. Am Mittwoch wurden die Verträge unterzeichnet. Das spanische Nationalteam kommt wieder nach Österreich, um sich auf ein großes Turnier vorzubereiten. Auf dem Weg zum EM-Titel logierten die Stars der "furia roja", wie das Team genannt wird, 2008 im Tiroler Stubaital.

Auf die WM 2010 bereiteten sich die Spanier im Montafon vor – und wurden Weltmeister. Vor zwei Jahren gab es noch zwei Testspiele in Innsbruck, diesen Sommer sind die Millionenbeine nicht in Österreich zu sehen. Gegen Serbien wird in St. Gallen gekickt, gegen Südkorea wollten die Spanier am 30. Juni in Innsbruck antreten. Was nicht geht, weil nur einen Tag später Österreich im Tivoli gegen die Ukraine spielt. Derzeit ist noch offen, wo die Spanier gegen Südkorea tatsächlich spielen.

"Teamchef Del Bosque hat vor zwei Jahren von den idealen Trainingsbedingungen und von der tollen Vorbereitung auf die WM geschwärmt", sagt Daniela Vonbun vom Montafon Tourismus. "Dabei hatten die Spanier schlechtes Wetter, es hat bis tausend Meter herunter geschneit." Doch den Herren Xavi, Iniesta und Kollegen war warm ums Herz geworden angesichts der Trainingsmöglichkeiten im Aktivpark Montafon, der Gastfreundschaft in Vorarlberg und im Hotel Löwen in Schruns.

Schnupperkurs

Die spanischen Edelkicker bekamen Bademäntel und Badeschuhe mit eingestickten Initialen und Namen. In den Zimmern wurden extra Verdunkelungsvorhänge angebracht, um eine ungestörte Siesta zu garantieren.

Im Hotel pflegte man mit einem Sonder-Angebot die Nachhaltigkeit. Im "Löwen" durfte man sich nach dem Auszug der roten Furie in deren benutzte Bettwäsche kuscheln. "Mir kam diese verrückte Idee, als sofort nach der Abreise der Spanier jemand zu uns gekommen ist und am Bademantel von Torres riechen wollte", erklärte Hotel-Chefin Irmi-Marie Sachs-Ritter.

Treueschwur

Die Fans dürfen wieder Kroatiens Teamtormann Pletikosa in Bad Tatzmannsdorf begrüßen.
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Nicht nur die Spanier kehren auf bekanntes Terrain zurück. Auch Kroatiens Teamchef Slaven Bilic löste sein Versprechen ein. "Wenn wir uns wieder qualifizieren, kommen wir wieder nach Bad Tatzmannsdorf", erklärte er Organisator Ronald Gollatz und Hotel-Chef Peter Prisching. 2008 wohnten die Kroaten im Südburgenland, 2010 verpassten sie die WM-Qualifikation, nun sind sie wieder da. Kroatien will im Burgenland nur gegen eine Regionalliga-Auswahl antreten, Länderspiel bestreiten sie in Österreich keines. Aber ein Teil der Erlöse der Spiele in Rijeka gegen Estland und in Oslo gegen Norwegen fließt in die Finanzierung des Camps.

Dieser Deal kam durch die Kooperation von Hannes Empl und dem Sportrechtevermarkter Sportfive zu Stande. Empl hat gleich drei EM-Teilnehmer zur Vorbereitung nach Österreich gelotst. Er brachte die Ukraine in Walchsee in der Seeresidenz (samt hoteleigenen Fußballplatz) unter und die Polen im Grandhotel Lienz (trainieren im Stadion). Die Griechen ziehen nicht in einer Jugendherberge ein, sondern ins exklusive Hotel Grand Tirolia in Kitzbühel. Empl, ehemaliger Fußballer aus Leogang, ist mit seiner Firma SLFC dick im Geschäft. Er kooperiert mit der Firma Sportfive, die etliche Vorbereitungsspiele vermarktet.

Empl: "Weil die EM-Teilnehmer Testgegner suchen, sind auch etliche andere Nationalteams Ende Mai, Anfang Juni in Österreich." So spielt die Türkei gleich drei Partien in Salzburg. Auch Finnland, Rumänien, Albanien, Lettland, Estland, Slowenien, Georgien, die Slowakei und der Iran sind in Westösterreich.

Tummelplatz

Israel logiert hingegen in Stegersbach, im Burgenland. Und spielt am Pfingstmontag (20.15 Uhr) nur wenige Kilometer entfernt in Hartberg gegen die Tschechen, die sich in Bad Waltersdorf auf die EM vorbereiten. "Wir haben dort die Referenz, dass Arsenal neun Jahre lang im Sommer gekommen ist", sagt Nik Pichler. Der war mit der "Internationale Fußballcamps Steiermark" auch schon Gastgeber unter anderen von Real Madrid, AS Roma und Dortmund.

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( Kurier ) Erstellt am 18.04.2012