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Sport Fußball
08/05/2012

Ein Spanier hält Salzburg auf Kurs

Jonathan Soriano hat dem Salzburger Offensivspiel nach einer Eingewöhnungsphase Mut injiziert.

von Stephan Blumenschein

Vielleicht wurde Jonathan Soriano von Nenad Bjelica angestachelt. "Er hat die beste Statistik von allen Spaniern, die in letzter Zeit nach Österreich gekommen sind", sagte der WAC-Trainer Anfang Juni – aber nicht über den Salzburg-Stürmer, sondern über seinen Neuzugang Rubén Rivera.

Nicht nur, dass dieses Statement inhaltlich falsch ist – Soriano erzielte in 95 Partien in den ersten beiden spanischen Ligen 40 Tore, Rivera in nur einem Spiel keinen Treffer, bewies auch das Samstag-Duell zwischen dem Aufsteiger und dem Meister, dass es einen Klasseunterschied zwischen den beiden Spaniern gibt.

Während der 27-jährige Rivera seine drei Chancen ausließ, verwertete der 26-jährige Soriano in Wolfsberg zwei seiner drei Möglichkeiten eiskalt. Salzburg gewann als nicht bessere, aber effizientere Mannschaft mit 2:0 und hat damit erstmals in der Ära Red Bull die ersten drei Saisonspiele in der Bundesliga gewonnen – hauptsächlich dank der Treffsicherheit des Ex-Barcelona-Spielers.

 

Erfolgsgarant

Sechs Monate hat Soriano gebraucht, um sich in Österreich zu akklimatisieren. Nun trifft er anscheinend nach Belieben. Die beiden Tore am Samstagabend waren seine Saisontreffer vier und fünf, an sechs der sieben Salzburger Saisontore war er direkt beteiligt.

Sorianos Tore verzerren aber auch die Salzburger Leistungen. Die sind nicht so gut wie es neun Punkte nach drei Runden vermuten lassen. Die Umstellung auf die Spielphilosophie von Neo-Trainer Roger Schmidt benötigt Zeit. In Wolfsberg klappte das Umschalten von Defensive auf Offensive erst, als der Aufsteiger durch drei Wechsel völlig die Ordnung verlor.

Es zeigte sich einmal mehr, dass die Salzburger Kapitän David Mendes, der wegen einer Muskelzerrung ausfiel, nicht ersetzen können. Das dürfte auch die Sportliche Leitung erkannt haben. Auf dessen Position im zentralen Mittelfeld wird anscheinend ebenfalls eine zusätzliche Option gesucht. Am Wochenende soll im Ausland ein Spieler beobachtet worden sein. Dessen Name wird unter Verschluss gehalten. Möglicherweise handelt es sich um den Brasilianer Paulinho vom japanischen Zweitligisten Tochigi SC. Der 23-Jährige war schon in der Winterpause ein Thema in Salzburg gewesen.

Auf der Suche

Aber nicht nur auf dieser Position werden offensichtlich neue Spieler gesucht. Alles deutet darauf hin, dass die Umbauarbeiten größere sein werden als eigentlich angenommen worden war. Beim 15-jährigen norwegischen Offensivspieler Zymer Bytyqi hat sich Salzburg bereits mit dessen Klub Sandnes Ulf geeinigt, einen Vertragsabschluss können die Salzburger allerdings noch keinen vermelden.

Aber auch in den Niederlanden wird gesucht. Scout Piet Hamberg war am Samstag bei einem Testspiel von Erste-Liga-Klub Venlo und sah dabei Yanic Wildschut gegen Volendam das Siegestor schießen. Der 20-jährige Flügelspieler war vergangene Saison einer der Aufsteiger in der Ehrendivision.

Solange Soriano vorne trifft, haben die Salzburger nicht nur mit der Feinabstimmung auf das neue System Zeit, sondern auch um den Kader in Ruhe umzubauen. "Auch wenn beim heutigen Sieg nicht alles perfekt gepasst hat und wir noch so manches verbessern müssen, haben wir doch verdient gewonnen", meinte der Matchwinner in Wolfsberg. Seine Leistungsexplosion erklärt der 27-Jährige kurz und bündig: "Ich habe gut trainiert und bekomme vom Trainer sehr viel Vertrauen."

Dieses Vertrauen gab ihm Ex-Trainer Ricardo Moniz vielleicht nicht. Der Niederländer hatte Soriano ja vor einem Jahr nicht gewollt, um ihn dann im Jänner trotzdem zu verpflichten. Im Frühjahr musste der Spanier dann meist im offensiven Mittelfeld spielen – eine Position, auf die er seine Torjägerqualitäten natürlich nicht so ausspielen kann wie als Mittelstürmer.

Fünf Tore in den ersten drei Runden hat zuletzt in Österreich Marc Janko in der Saison 2008/’09 erzielt – bis Saisonende brachte es der damalige Salzburg-Star auf 39 Treffer. Ob Soriano in dessen Fußstapfen treten wird können, wird die Zukunft zeigen. Zuzutrauen wäre es ihm.

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