FILE - In this Dec. 15, 2006 file photo, fireworks explode at the end of the Closing Ceremony of the 15th Asian Games at the Khalifa Stadium in Doha, Qatar. It's down to the wire for London and Doha in the race for the 2017 world championships. The bids could hardly be more different, leaving the IAAF council with a fundamental choice in Monaco on Friday, Nov. 11, 2011 to determine where the sport will be heading in the future. (Foto:Jamie Squire, File-Pool/AP/dapd)

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Weltfußball
03/23/2013

Ein Machtkampf blockiert Reformen

FIFA-Präsident Blatter und UEFA-Boss Platini liefern einander einen Kleinkrieg.

von Günther Pavlovics

Am Mittwoch und Donnerstag tagte das Exekutivkomitee des Fußball-Weltverbandes FIFA in Zürich. Mit dabei war auch der Präsident des europäischen Verbandes. Und es wurde klar, dass die Bosse der beiden mächtigen Verbände einander einen Machtkampf liefern. FIFA-Präsident Joseph Blatter und UEFA-Chef Michel Platini blockieren mit ihren Spielchen aber die notwendige Reform des Weltfußballs. Aus der vollmundig angekündigten „Jahrhundert-Reform“ des Fußball-Weltverbandes ist längst ein Reförmchen geworden.

Es herrscht nicht nur ein Klima des Misstrauens, sondern auch Stillstand. Zwar wurde von der Ethikkommission das Vorstandsmitglied Fernando aus Sri Lanka wegen einer bevorstehenden Untersuchung suspendiert. Doch noch immer sitzen dubiose Figuren unbehelligt an den Schaltstellen der Macht. Und auch an Blatter perlt schon seit Jahren die Kritik ab.

Ablenkung

Doch der 77-jährige Schweizer weiß auch von unangenehmen Dingen abzulenken. Er ging auf Konfrontationskurs mit der UEFA und lästerte über eine Lieblingsidee von Michel Platini, über die EM-Endrunde 2020, die über ganz Europa verteilt stattfinden soll. Einst hatte er Platini gebraucht, um den kritischen Schweden Johansson loszuwerden. Jetzt nannte Blatter Platini einen „Noch-immer-Präsident“.

Im Gegenzug ging Platini auf die WM-Endrunde 2022 in der Wüste los. „Im Sommer, bei 50 Grad, kann man in Katar unmöglich Fußball spielen“, sagte der 57-jährige Franzose. Er will eine Verschiebung. FIFA-Präsident Joseph Blatter sieht derzeit keine Anzeichen für eine Verlegung der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 in Katar. Die Initiative für eine Winter-WM, über die wegen der großen Sommerhitze im Ausrichterland seit geraumer Zeit spekuliert wird, müsste von den Gastgebern ausgehen, betonte Blatter.

Platini verteidigt seine Idee von einer EM in 13 Ländern: „Der Name Europameisterschaft passt besser denn je, da die EURO zum ersten Mal in ganz Europa stattfinden wird.“

Zu den jüngsten Attacken des 77-jährigen Blatter wollte sich Platini nicht detailliert äußern. Das Wort „Respekt“ habe für ihn eine große Bedeutung, sagte der Franzose. „Und ich möchte deshalb nicht auf Bemerkungen dieser Art eingehen und mich auch nicht auf sinnlose Debatten einlassen.“ Mit Blatter verstehe er sich, „im Gegensatz zu dem, was teilweise in den Medien berichtet wird, sehr gut“, betonte Platini.

Wahlwerbung

Die beiden Fußball-Schwergewichte gelten als mögliche Kandidaten im Kampf um die FIFA-Führung im Jahr 2015. Michel Platini lässt seine Kandidatur weiter offen. „Ich weiß nicht, was ich tun werde. Ich denke schon lange nach, denn jeder fragt mich danach“, sagte er. Und er setzte einen weiteren Nadelstich in Richtung FIFA-Chef: „ Präsident Blatter hat ja schon angekündigt, dass er gehen wird. Also wird das Amt frei sein – für wen, das werden wir sehen.“ Zuletzt war der 77-jährige Weltverbandspräsident Joseph Blatter allerdings von seiner eigenen Rückzugsankündigung aus dem Jahr 2011 abgerückt. Möglich scheint derzeit auch eine Kampfkandidatur um die FIFA-Führung in zwei Jahren.

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