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Sport | Fußball
07/09/2019

Den Trainingsstart geschwänzt: Paris pfeift auf Neymar

Der Superstar tauchte nicht beim ersten Training von Paris St-Germain auf. Die bieten ihn zum Verkauf an.

Die Aufregung ist groß, die mediale Aufmerksamkeit dementsprechend: Wieder sorgt Brasiliens Fußball-Star Neymar weltweit für Schlagzeilen – aber einmal mehr nicht auf dem Fußballplatz, sondern ziemlich weit daneben.

Nachdem er am Sonntag auf der Tribüne des Maracanã-Stadions in Rio de Janeiro als Fan den Gewinn der Copa América durch die brasilianische Nationalmannschaft gefeiert hatte, fehlte der 27-Jährige am Tag danach beim Trainingsstart seines aktuellen Arbeitgebers Paris Saint-Germain.

Copa America Brazil 2019 - Semi Final - Brazil v Argentina

Ob unentschuldigt oder entschuldigt, darüber gibt es nun unterschiedliche Sichtweisen. Laut PSG war der mit einer Ablösesumme von 222 Millionen Euro teuerste Fußballer der Welt „ohne vorherige Genehmigung des Klubs“ der Trainingseinheit ferngeblieben.

Es spiele laut dem französischen Meister keine Rolle, dass er aktuell verletzt ist und so nicht am Training hätte teilnehmen können. „Paris Saint-Germain wird die Situation untersuchen und geeignete Maßnahmen unternehmen“, heißt es in einer offiziellen Mitteilung.

Anders schildert das Lager Neymar die Situation. Sein Vater und Manager behauptet in einem Interview mit Fox Sports Brasil, der Klub wisse, dass sein Sohn wegen Terminen mit seiner Hilfsorganisation Institut Neymar erst am 16. Juli nach Frankreich zurückkehren werde. „Der Grund für seine Abwesenheit wurde 2018 mit den Jahresplänen des Instituts abgestimmt, wir konnten es nicht ändern“, meint Neymar Senior.

Paris Saint-Germain und Neymar – das ist schon lange keine Liebesbeziehung mehr. Vor zwei Jahren war das noch anders. Da war der Brasilianer mit großen Vorschusslorbeeren vom FC Barcelona in die französische Hauptstadt gekommen. Die Fans standen stundenlang Schlange vor dem PSG-Fanshop an der weltberühmten Champs-Élysées, um ein Trikot des Superstars zu ergattern. Mit Neymar wollten die Klubbesitzer aus Katar Frankreichs Topklub auf Europas Thron hieven.

Misserfolge

Gelungen ist das freilich nicht. Zwar wurde PSG sowohl 2018 als auch 2019 locker Meister, aber in der Champions League gab es in beiden Saisonen Enttäuschungen. In der ersten Saison mit Neymar gab es im Achtelfinale gegen Real Madrid zwei Niederlagen, in der zweiten scheiterte man ebenfalls schon im Achtelfinale wegen der Auswärtstorregel an Manchester United.

Neymar erzielte zwar in bisher 58 Partien 51 Tore für PSG, aber in jenen Spielen, in denen er da sein hätte sollen, um den Unterschied auszumachen, war er eben nicht zu sehen, auch weil er in drei der vier Achtelfinalpartien verletzt fehlte.

Dass sich Neymar bei Paris Saint-Germain nicht wirklich wohl fühlt, ist seit Längerem ein offenes Geheimnis. Seit Wochen wird deshalb auch schon medial über eine Rückkehr nach Barcelona spekuliert.

In Paris scheint man genug zu haben von den Eskapaden des Brasilianers. „Neymar kann PSG verlassen, wenn es ein passendes Angebot für alle gibt. Bisher wissen wir nicht, ob und zu welchem Preis irgendjemand ein Angebot abgeben möchte“, meinte der neue Sportdirektor Leonardo.

Neymars Landsmann stellte auch klar, dass man keine Egoisten in der Mannschaft haben will: „Der Klub will sich nur auf Spieler verlassen, die bleiben und etwas bewegen wollen. Ich kenne keinen Verein, der im Laufe der Zeit mit einem Spieler erfolgreich war, der größer als der Klub war. Damit sich ein Verein entwickeln kann, muss er die Kontrolle über alles haben, einschließlich seiner wichtigsten Spieler.“