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Sport Fußball
07/01/2012

Das Objekt der Begierde

60 Zentimeter hoch, 30.700 Euro teuer und trotzdem ein Prunkstück von unbezahlbarem Wert: der Coupe Henri Delaunay.

von Florian Plavec

Heute wird er vergeben, der Coupe Henri Delaunay für den Fußball-Europameister. Doch behalten darf der Sieger die Trophäe nur bis zur Auslosung der folgenden EM. Danach muss der Pokal ohne Schäden an die Europäische Fußball-Union UEFA zurückgegeben werden.

Zwar dürfen die Sieger eine Kopie anfertigen lassen, diese darf aber maximal vier Fünftel der Originalgröße haben und muss gut sichtbar die Bezeichnung "Replika" tragen. Erst wenn eine Mannschaft drei Mal in Serie den Titel holt, oder fünf Mal insgesamt, bekommt sie von der UEFA ein originalgetreues Duplikat geschenkt.

1 Spieler wird heute als Kapitän seiner Mannschaft den Pokal aus der Hand von UEFA-Präsident Michel Platini übernehmen. Entweder der spanische Tormann Iker Casillas oder Italiens Goalie Gianluigi Buffon.

7,6 Kilogramm wiegt der aktuelle Pokal, um 400 Gramm weniger als das deutlich kleinere alte Modell. Er besteht aus 92,5 % Sterlingsilber und 7,5 % Kupfer.

60 Zentimeter ist das neue Modell, das seit 2008 vergeben wird, hoch.

1883 wurde Henri Delaunay, der Namensgeber der Trophäe, geboren. Der Franzose war Fußballer und Generalsekretär der UEFA. 1927 hatte er die Idee zu einer Europameisterschaft, die erst 1955 nach seinem Tod umgesetzt wurde.

1960 wurde der Coupe Henri Delaunay in Paris zum ersten Mal vergeben. In einer Endrunde mit vier Teams siegte die Sowjetunion. Entworfen wurde der versilberte Pokal in Paris von Arthur Bertrand und um 20.000 Francs (ca. 3000 Euro) an die UEFA verkauft. Heute wird die zehn Kilogramm schwere Trophäe in einer Vitrine der UEFA in Nyon ausgestellt.

2008 wurde der bisherige Pokal von einem neuen abgelöst. Dieser ähnelt dem Vorgänger, ist aber größer und verzichtet auf den schweren Marmor­sockel. Stattdessen wurde der silberne Boden um 18 Zentimeter vergrößert. Der alte Pokal wurde ersetzt, um die Vergrößerung des Turniers auszudrücken und weil er der kleinste Pokal der europäischen Turniere war.

30.700 Euro verrechnete die traditionsreiche Juwelierfirma Asprey aus London der UEFA für die Produktion des neuen Pokals. Der Materialwert betrug damals etwa 3000 Dollar (2415 Euro). Der ideelle Wert des Pokals ist freilich nicht zu bezahlen.

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