Sport | Fußball
05.10.2018

Daniel Bachmann: "In Glasgow zu spielen, ist schon geil"

Der österreichische Goalie lebt in Glasgow, spielt in Kilmarnock und will Watfords Nr. 1 werden.

„Die Schotten sind entspannte Menschen, auch offen. Dabei schauen sie aber fast immer böse. Man könnte glauben, das sind z’widere Leute. An diesen Gegensatz muss man sich schon gewöhnen“, erzählt Daniel Bachmann und lächelt. Der 24-jährige Niederösterreicher wohnt mit Frau und Kind fünf Minuten vom Ibrox Stadium entfernt. Vor dem Europa-League-Spiel Glasgow Rangers gegen Rapid besuchte der Tormann von Kilmarnock die Hütteldorfer und traf einen alten Bekannten.

„Ich war in der gleichen Schule wie Richard Strebinger“, erzählt der 16-fache

U-21-Teamtormann. „Warum aus der Wiener Neustädter Gegend gleich mehrere Profi-Tormänner kommen, können wir uns beide nicht erklären“, meint Strebinger.

Während der Teamtormann nach seiner Zeit in Deutschland den Weg zurück nach Österreich nahm, setzte Bachmann auf eine Karriere auf der Insel. Stoke, Wrexham, Bury und Watford hießen die Stationen in England.

Zeitfrage

Die aktuelle Leihe vom Premier-League-Klub Watford zu Kilmarnock ist nach einem kurzen Aufenthalt bei Ross County der zweite Versuch in Schottland. Bachmann ist der bei den britischen Klubs öfter vorkommende Leih-Typ: Wer bei kleineren Klubs aufzeigt, kann auch bei den Großen noch seine Chance bekommen. „Deshalb ist diese Saison sehr wichtig für mich. Ich hoffe auf meine Chance bei Watford 2019.“ Gomes, 37, und Foster, 35, werden in London bald ihre Handschuhe ausziehen.

Allerdings hat Bachmann beim Vierten von Schottland wegen der Verhandlungen des Leihvertrags die ersten beiden Spiele verpasst. „Jetzt läuft es gut, da wird selten der Tormann getauscht. Ich bin aufgrund der Eindrücke im Training aber sehr zuversichtlich. Es kann nur eine Frage der Zeit sein, bis ich die Nummer 1 werde“, meint Bachmann selbstbewusst. Aufgefallen ist ihm bereits einiges: „Es spielt nur noch Motherwell klassisch Kick and Rush. Fußball hat einen hohen Stellenwert, dafür ist das Wetter in England besser: Im Schnitt ist es in London um fünf Grad wärmer, in Glasgow ist es fast immer feucht.“

Harte Attacken

Bachmann fährt aus der Gegend des legendären Ibrox Stadium nur 35 Minuten zum Trainingszentrum von Kilmarnock, sein Debüt gab er im Liga-Cup gegen die Rangers (1:3). „Gewöhnen muss man sich an die harten Tacklings und das rustikale Einsteigen gegen die Tormänner. Selbst in Englands dritter Liga ziehen die Stürmer noch eher zurück.“

Und dann gibt es noch die Sprach-Unterschiede: „Meine Frau ist Engländerin, ich habe sie in Stoke kennengelernt. Aber selbst sie tut sich schwer, hier alles zu verstehen. Aber in Glasgow zu spielen, ist schon geil.“

1985 war mit dem FC Aberdeen zuletzt ein Klub außerhalb Glasgows am Ende vorne. „Da war noch Alex Ferguson der junge Aberdeen-Coach – unglaublich.“ Seit 2012 heißt der Meister stets Celtic. „Aber jetzt sind die Rangers wieder voll da. Das spürst du auch in der Stadt.“