Der Isländer Finnbogason absolviert sein zweites Studium

© EPA/DANIEL KOPATSCH

Sport Fußball
04/02/2020

Corona-Krise: Immer mehr Fußballer absolvieren Fernstudium

An einer privaten Hochschule in Düsseldorf haben sich 200 Profis eingeschrieben. 25 aus der ersten deutschen Bundesliga.

Weltmeister Matthias Ginter hat es schon getan, Bayerns Torhüter Sven Ulreich ebenfalls. Leipzigs Nationalspieler Lukas Kostermann steckt aktuell mitten im Studium der Wirtschaftswissenschaften.

Nach Informationen der "ARD-Radio-Recherche Sport" forcieren derzeit etliche Profikicker ihr Fernstudium  die meisten im Bereich Sportmanagement. Viele nutzen die freie Zeit, um online Prüfungen nachzuholen oder Hausarbeiten zu erledigen. 

Allein an der privaten Hochschule für Management IST in Düsseldorf haben sich aktuell rund 200 Fußball-Profis eingeschrieben, darunter 25 Erstligaspieler aus der deutschen Bundesliga.

Auch andere Hochschulen wie die ESM Academy in Nürnberg, wo Fußball-Profis ein Sportmanagement-Fernstudium machen können, bestätigen den Trend.

Niklas Lomb, Torhüter von Bayer Leverkusen und ebenfalls Student an der IST Düsseldorf, hat sich für ein paralleles Studium entschieden, „um ein zweites Standbein aufzubauen. Um nach der Karriere gute Chancen zu haben, in den Job einzusteigen. Und jetzt, in so einer Phase, wo der Ligabetrieb, Spiel- und Trainingsbetrieb größtenteils stillsteht, wird das ganze nochmal präsenter.“

Isländer absolviert sein zweites Studium

Auch unabhängig von der Corona-Krise gibt es im Profi-Fußball einen Trend hin zum Studium. Immer mehr Spieler streben einen akademischen Abschluss an.

Stürmer Alfred Finnbogason vom FC Augsburg hat bereits einen Abschluss in Sportmanagement und absolviert derzeit sogar ein zweites Studium, diesmal in BWL. Er sagt: „Nach dem Ende meiner Karriere bin ich vielleicht 37 Jahre, ich möchte auf das Leben danach vorbereitet sein. Wenn ich Fußball und Business verbinden könnte, wäre mir das am liebsten.“ 

Schlaueste Profimannschaft

Eine Umfrage der Recherche unter allen 56 Klubs der ersten bis dritten Liga Deutschlands ergibt: Auch viele Vereine sind offener geworden, ihre Spieler bei einem Studium zu unterstützen.

Am studentenfreundlichsten zeigt sich dabei Zweitligist Jahn Regensburg. Elf der 27 Spieler im Kader studieren aktuell, sechs weitere haben bereits ein abgeschlossenes Studium bzw. eine Berufsausbildung. Zusammengenommen sind das rund 60 Prozent des gesamten Kaders.

Der Verein unterstützt seine Profis im Fall eines Studiums auch aktiv – so kann es vorkommen, dass ein Spieler für eine Prüfung das Training verschieben darf. 

Kult-Trainer Christian Streich vom SC Freiburg ist überzeugt, dass ein paralleles Studium auch positiven Einfluss auf die sportliche Leistung haben kann: „Ja, auch vom intellektuellen Anspruch, und Dinge auflösen zu können. Das Fußballspiel ist einfach, aber manchmal ist es auch kompliziert. Und auch die Zusammenhänge in einer Mannschaft und solche Dinge sind nicht immer banal. Es kann durchaus helfen, wenn Du einfach Deinen Kopf anstrengst, und versuchst, Zusammenhänge zu verstehen.“

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