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© Kurier

Kolumnen
04/01/2020

Die Corona-Krise legt die Schwächen des Fußballs offen

Auch in gesellschaftlich schweren Zeiten geht es Verbänden und Topligen nur ums Geld. Gut fürs Geschäft, schlecht fürs Image.

von Philipp Albrechtsberger

Taktik ist im Fußball ein entscheidendes Element. Wann und wie gehe ich über in die Offensive? Ein erprobtes Mittel, um zum Erfolg zu kommen, ist das Spiel auf Zeit.

Genau darin versuchen sich derzeit auch die Funktionäre. Der europäische Verband UEFA schiebt im Kampf gegen das Coronavirus seine Klubbewerbe immer weiter Richtung Hochsommer – und gefährdet damit nicht nur Spieler (Stichwort: Überbelastung), sondern mitunter auch einen geordneten Start in die bevorstehende Saison.

Das Kalkül dahinter ist leicht zu verstehen. Eine Annullierung der laufenden Spielzeit löst automatisch einen allumfassenden Zahlungsstopp vonseiten der Rechteinhaber aus. Womöglich gar auch Rückforderungen. Natürlich geht’s in erster Linie ums Geld, selten um den Sport, so gut wie nie um das Spiel.

Die Professionalisierung des Fußballs hat in erster Linie auf dem Rasen stattgefunden. Im Gegensatz zu vielen Profis, die freiwillig Millionen spenden, vermisst man bei den Entscheidungsträgern einen moralischen Kompass. Statt den eigenen Spielern harte, aber verkraftbare Gehaltskürzungen vorzuschlagen, haben Klubs aus der milliardenschweren Premier League ihre kleinsten (und womöglich treuesten) Mitarbeiter beurlaubt und zu Sozialhilfe-Empfängern gemacht. Manchmal wird Taktik tatsächlich überbewertet.

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