Sport | Fußball
05.12.2011

Constantini hält am Kader fest

Nach dem 1:2 gegen die Slowakei erteilt der Teamchef der Rückkehr von Ivanschitz und Arnautovic erneut eine Absage.

Österreichs Teamchef Dietmar Constantini sieht nach der Niederlage im Freundschaftsspiel gegen die Slowakei keine Veranlassung, am Kader großartig etwas umzustellen.

Er will es mit einer ähnlichen Mannschaft auch gegen Deutschland und die Türkei in der EM-Qualifikation versuchen. "Ich sehe keinen Grund für Veränderungen im Kader", erklärte er nach dem 1:2 gegen die Slowaken am Mittwochabend in Klagenfurt.

Die Chancen auf eine Rückkehr von Marko Arnautovic oder gar Andreas Ivanschitz scheinen also mehr als gering. Dabei war Ex-Kapitän Ivanschitz beim deutschen Bundesligisten Mainz 05 zuletzt zusehends zum Stammspieler avanciert. "Ivanschitz ist ein sehr guter Fußballer. Ich weiß aber nicht, ob er jetzt den Unterschied ausmachen würde", sagte Constantini, der seinen Kader für das EM-Quali-Doppel am 23. August bekanntgeben wird.

"Sehr uneffizient"

Gegen die Slowaken zeigte sein Team eine spielerisch ansprechende erste Hälfte, agierte im Abschluss aber zu wenig kaltschnäuzig. "Wir waren sehr uneffizient. Da kannst du kein Spiel gewinnen", meinte Constantini. Der Abschluss sei in der kurzen Vorbereitung beim Nationalteam auch nur sehr schwierig zu trainieren. "Wir haben aber die Torjäger", betonte der Teamchef. Marc Janko sei einer, Erwin Hoffer sowieso und auch Martin Harnik.

Während sich Kapitän Janko als Solospitze sehr schwer tat, vermochte Stuttgart-Legionär Harnik mit einigen Einzelaktionen zu überzeugen. Den einzigen Treffer erzielte aber der eingewechselte Klagenfurt-Spezialist Hoffer per Kopf (62.). Schon beim Debüt von Constantini am 1. April 2009 gegen Rumänien (2:1) war der Stürmer zweimal erfolgreich gewesen. Außer Hoffer hat in sieben Länderspielen in Klagenfurt noch kein ÖFB-Spieler getroffen.

"Wir haben viel Herz gezeigt, aber wenig Effizienz", meinte Constantini. "Wir müssen abgebrühter sein." Vor allem gegen einen Gegner wie Deutschland, geht es in Gelsenkirchen doch um die letzte Mini-Chance auf die EM-Teilnahme. "Deutschland ist um einiges besser. Da müssen wir noch konzentrierter sein", forderte der Cheftrainer, der die Niederlage trotz ansprechender Leistung vor der Pause (0:2) nicht als Erfolg verstanden wissen wollte.

Unstimmigkeiten

Nach öffentlichen Unstimmigkeiten mit ÖFB-Präsident Leo Windtner hätte ein Sieg auch Constantini gut getan. Der Tiroler steht bis Jahresende unter Vertrag. "Ich muss nicht gefestigt sein", betonte Constantini. "Die spielerische Basis ist da, aber der Präsident hat recht: Die Ergebnisse zählen." Die sprechen nicht für den 56-Jährigen: Von den vergangenen sieben Länderspielen seit Oktober hat das ÖFB-Team sechs verloren.

Trotzdem sieht Constantini eine Weiterentwicklung. "Im spielerischen Bereich sind wir stärker als vor einem halben Jahr", meinte der Teamchef. "Ich glaube nicht, dass wir schlecht kombiniert haben. Aber ein Ergebnis bringt mehr, das haben wir uns selber verhaut. Es hätte eine schönes Spiel werden können." Die Personalpolitik betreffend scheint Constantini seiner Linie treuzubleiben. "Ich würde aber lieber gewinnen."

Sonderlob für Alaba

Seinen kaum mit Bällen versorgten Stoßstürmer Janko nahm Constantini in Schutz, Sonderlob gab es für Youngster David Alaba. "Ich finde, Alaba ist eine Sensation. Er ist ein Ausnahmefußballer", sagte der Chefcoach über den 19-jährigen Mittelfeldspieler von Bayern München.

Einer Ausnahmeleistung wird es auch in drei Wochen in Deutschland bedürfen. Constantini: "Wir fahren nach Gelsenkirchen, um dort einen Punkt zu holen. Oder drei."

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