Sport | Fußball
20.04.2017

Champions League: Alte Dame und junge Wilde

Juventus Turin und AS Monaco fordern die Spanier heraus.

Im Grunde muss sich jeder Fußballfan, der sich jetzt gerade nicht dem FC Barcelona verschrieben hat, vor der "Alten Dame" verneigen. Aus Dank dafür, dass Juventus Turin es mit dem Aufstieg gegen den FC Barcelona (Gesamtscore 3:0) verhindert hat, dass die Champions League einem noch spanischer vorkommt, als sie seit Jahren ohnehin schon ist.

So sind die Teams aus der Primera División im Semifinale nun nicht komplett unter sich. Mit Titelverteidiger Real und dem Stadtrivalen Atlético Madrid sind die Spanier aber einmal mehr tonangebend in der Eliteliga. Seit 2011 waren immer zumindest zwei spanische Vereine unter den letzten vier gestanden, drei Mal in Folge stellte die Primera División zuletzt sogar den Champion.

"Unglaubliches Team"

Mit Juventus Turin und AS Monaco haben es nun allerdings zwei Vereine ins Halbfinale geschafft, denen nach den bisherigen Auftritten auf der europäischen Bühne sogar der große Coup zugetraut werden muss. Auf der einen Seite der italienische Rekordmeister, der mit viel Erfahrung, Disziplin und individueller Klasse bislang jeden Konkurrenten vor unlösbare Probleme gestellt hat.

Auf der anderen Seite diese junge, erfolgshungrige und aufstrebende Truppe aus dem Fürstentum, die mit Spielwitz, Offensivgeist und Tempo begeistert und nach Manchester City nun auch Borussia Dortmund (3:2 und 3:1) aus dem Bewerb warf. "Dieses Team ist unglaublich", jubelte die französische SportzeitungL'Équipe, nachdem erstmals seit sieben Jahren wieder ein französischer Klub in der Runde der letzten vier steht.

Auch in Italien herrscht spätestens seit dem souveränen Weiterkommen gegen den FC Barcelona Begeisterung über Juventus Turin. "Keiner ist besser. Jetzt kann Juventus Geschichte schreiben", frohlockte die Gazzetta dello Sport und lobte die taktische Meisterleistung beim 0:0 im Rückspiel in Spanien. "Nur die Giganten von Real scheinen auf Augenhöhe zu sein."

Tatsächlich scheint diese Turiner Mannschaft noch einen Tick besser zu sein als das Juventus, das vor zwei Jahren erst im Endspiel gegen den FC Barcelona verloren hatte – vor allem aber: noch eine Spur reifer. Tormann-Legende Gigi Buffon ist mittlerweile 39 und der Rekordspieler des italienischen Rekordmeisters. Der Weltmeister von 2006 sieht die Zeit für den Titel gekommen. "Wir haben uns in den letzten Jahren als Team gesteigert, Wenn du so weit kommst, wirst du den Titel früher oder später auch gewinnen."