Heiße Bundesliga: Fern-Duell um den Meistertitel in der letzten Runde
Bundesliga: LASK gegen Salzburg
Es war angerichtet in Linz. Der Meisterteller im Wert von 18.000 Euro lag bereit in der Raiffeisen Arena, einige Meisterteller aus Karton wurden auf der Fan-Tribüne präsentiert. Der LASK hätte gegen Salzburg mehr Punkte holen müssen als Sturm Graz in Hartberg (siehe unten), um schon eine Runde vor Schluss den Titel zu fixieren.
Doch am Ende wurde die Schale wieder eingepackt und die Fans zogen mit ihren Karton-Attrappen von dannen. Schon bald hatte sich abgezeichnet, dass es nichts wird mit der vorgezogenen Meisterfeier, denn Sturm lag gegen Hartberg rasch in Führung (siehe rechts). Da nutzte auch der 2:1-Sieg gegen Salzburg nichts. Die Meisterentscheidung wird um eine Woche vertagt.
Starker Salzburger Start
Beim LASK kehrte Usor in die Startformation zurück. Bei den Gästen blieb Alajbegovic vorerst auf der Bank, statt ihm begann Redzic in der Offensive. Und die Salzburger begannen aktiver, das Pressing funktionierte und der LASK lief viel hinterher. Einen Schuss von Kitano konnte LASK-Tormann Jungwirth noch um die Stange lenken (es gab keinen Eckball). Dann wurde Vertessen vergessen, doch der Belgier köpfelte die etwas zu hohe Lainer-Flanke knapp über das Tor (16.).
Es dauerte 23 Minuten bis zur ersten nennenswerten LASK-Chance, ein Fernschuss von Horvath wurde zur leichten Beute für Teamtormann Schlager. Die Gastgeber kamen ins Spiel, Schlager musste gegen Cisse mit einer Parade retten. Doch in der 33. Minute war Schlager ohne Chance. Ein weiter Einwurf von Usor wurde per Kopf weitergeleitet, Kjaergaard ließ Samuel Adeniran springen und einköpfeln.
Drei Minuten später erhöhte der LASK: Wieder entsprang die Situation einem Einwurf. Andrade traf mit einem Weitschuss Latte und (!) Stange, Kasper Jörgensen staubte trocken ab (36.).
Nach der Pause zogen sich die Linzer etwas zurück. Die Salzburger rannten immer wieder an, wurden aber selten gefährlich – bis der kurz zuvor eingewechselte Alajbegovic ansatzlos von der Strafraumgrenze abzog und die Stange traf (57.).
Hochverdient war der Anschlusstreffer für Salzburg durch Karim Konate – auch dieses Tor fiel nach einem weiten Einwurf (87.). Die Gäste probierten es weiter, der Ausgleich gelang nicht mehr.
LASK reicht ein Punkt
In der Tabelle liegt der LASK weiterhin zwei Punkte vor Sturm. In der letzten Runde reicht den Linzern bei der Austria ein Punkt, egal wie die Partie Sturm gegen Rapid endet. Und fix ist seit Sonntag auch: Salzburg wird erstmals in der Ära Red Bull (seit 2005) nicht in die Top zwei der Liga kommen.
Mit einer zumindest vor der Pause guten Leistung bleibt Sturm im Meisterrennen. Nach dem 4:2 in Hartberg stellen sich freilich viele Fans und auch die Mannschaft die Frage: Warum jetzt erst? Dass Sturm im Meisterrennen noch immer die schlechteren Karten hat, liegt an fünf Remis in Folge zuvor (in dieser Phase holte der LASK elf Zähler, Salzburg zumindest sieben). Da half es auch nichts, dass das Team von Fabio Ingolitsch nunmehr zwölf Spiele unbesiegt ist. Zumindest sind die Steirer fix in der Champions League, würden als Vizemeister in der 2. Quali-Runde einsteigen.
Schnelle Führung
Im Normalfall helfen Tore, um den Knoten zu lösen. Einen solchen löste Verteidiger Albert Vallci, der nach zwei Minuten per Kopf traf. Bei Sturm trat auch Nachlässigkeit ein, die Defensive ließ Luca Pazourek sträflich alleine – die Austria-Leihgabe traf nur sieben Minuten später zum Ausgleich. Sturms Schock saß nicht tief. Nach einer scharfen Hereingabe von Karic lenkte Hartbergs Markus den Ball unhaltbar für Goalie Hülsmann zur Führung. Und Karic war auch in der 25. Minute beim 3:1 beteiligt, seine Flanke verwertete Otar Kiteishvili per Kopf – es ist das 15. Saisontor für den besten Bundesliga-Kicker.
15. Saisontor: Kiteishvili führt in der Schützenliste.
Noch nach der Pause musste Sturm wieder zittern – nach einem Foul von Stankovic an Hoffmann gab es Elfer, den Lukas Fridrikas verwandelte (56.). Die Gastgeber waren aktiver, die defensiver werdenden Grazer nervös, ehe der 17-jährige Luca Weinhandl mit Coolness sein Team erlöste (80.).
Manfred Schmid geehrt
Vor dem Spiel wurde Hartberg-Trainer Manfred Schmid geehrt – als hätte man gewusst, dass es sein letztes Heimspiel wird. Denn die Oststeirer haben nun endgültig keine Chance mehr auf das Europacup-Play-off.
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