Bundesliga: Wieder Hoffnung für die Frauen in Neulengbach
Müssen die Pionierinnen des Frauenfußballs von der Bildfläche verschwinden oder nicht? Der SV Neulengbach, quasi der Ursprung des österreichischen Frauenfußballs und einstiger Serienmeister, wird laut Thomas Wirnsberger einen Insolvenzantrag stellen.
Der Vereinsobmann hat dies vorige Woche per Presseaussendung verlautbart. Und zwar für den gesamten Verein, der Frauen-, Herren- und mehrere Nachwuchsteams umfasst.
Laut dieser Aussendung möchte Wirnsberger das Herrenteam und den Nachwuchs weiter bestehen lassen, so der Funktionär schriftlich. Ob das rechtlich überhaupt möglich ist, wird sich weisen, denn die Frauenabteilung ist beim Verein nicht ausgegliedert. Die im Vorjahr noch angedachte Kapitalgesellschaft wurde nie gegründet.
Fakt ist auch, dass die eingereichte Lizenz für die kommende Saison für die Frauen-Bundesliga seitens Verein nicht zurückgezogen worden ist. Allerdings wird man sie am Mittwoch, den 8. April, in erster Instanz nicht erhalten, weil nötige Unterlagen fehlen.
Hoffnung für Neulengbachs Frauen gibt es nun aber. KURIER-Informationen zufolge gibt es einen Geldgeber, der dazu bereit ist, den Verein nicht nur bis Saisonende, sondern generell zu retten. Auch eine dafür wohl nötige Bankgarantie soll es geben.
Diesen Financier gefunden hat die Sportdirektorin Maria Wolf persönlich. Beim Namen nennen will sie ihn nicht. Dieser Unternehmer möchte demnach nicht nur zahlen, sondern den Verein übernehmen.
„Er hat den Werbewert des Klubs erkannt, es gibt ein fertiges Konzept zur Übernahme des Vereins und für die Zukunft“, sagt Wolf, die diesen Plan beim ÖFB und der Bundesliga einreichen will, damit man die Lizenz in zweiter Instanz – bis zum 15. April – erhält.
Obmann untergetaucht
Einziger Haken: Es bedarf der Unterschrift von Obmann Thomas Wirnsberger für die Freigabe. Er ist entsprechend zeichnungsberechtigt. Doch der Funktionär ziert sich seit einigen Tagen, warum auch immer. Auch für den KURIER war er am Montag – wie schon vorige Woche – für keine Stellungnahme erreichbar.
Angekündigt hat Wirnsberger, den Insolvenzantrag nach Ostern einbringen zu wollen. Tut er das schon heute, Dienstag, sieht es schlecht aus für den Klub.
Thomas Pichlmann, bei der Gewerkschaft „younion“ Beauftragter für den Profifußball, wundert sich. „Aus moralischer Sicht wäre das fragwürdig. Es geht um das Überleben des Vereins. Wir stehen mit den Spielerinnen seit Monaten in Kontakt.“
Und die werden vom Klub kaum informiert. Seit der Presseaussendung über die angestrebte Insolvenz am letzten Mittwoch gab es keinerlei Kontakt.
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