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Sport Fußball
04/27/2019

Bei Rapid läuft der Countdown: Letzte Chance für Ivan & Co.

Für Reservisten wie Andrei Ivan geht es heute gegen Hartberg um einen Platz im Rapid-Kader der kommenden Saison.

von Alexander Huber

Zum vierten Mal seit dem 17. Februar wartet Hartberg heute auf Rapid als Gegner. „Hartberg hab’ ich schon öfter gesehen als meine Kinder“, scherzt Rapid-Trainer Didi Kühbauer, der im Allianz Stadion (17 Uhr) aber auch Ernsthaftigkeit einfordert: „Wenn jemand an das Cupfinale denkt und nur fünf Prozent nachlässt, ist er zu 100 Prozent draußen.“

Pause für Dibon

So wie der leicht angeschlagene Verteidiger Christopher Dibon, der für das Millionenspiel gegen Salzburg am Mittwoch geschont wird. Durch die angekündigte Rotation bekommen einige Reservisten eine der letzten Chancen auf mehr. Denn der Countdown läuft: Rapid wird umbauen, und die Plätze für den Kader der kommenden Saison sind begehrt.

Auf einen Einsatz hofft Andrei Ivan, der beim 4:2 in Hartberg am Dienstag wieder einmal ohne Scorerpunkt blieb. Die Daten sind eindeutig: Nur ein Liga-Tor (in Runde eins gegen die Admira) und überhaupt keinen Assist schaffte der Flügelstürmer.

Dabei hatte es im Cup in Kufstein so gut begonnen. Das Bild, als er sein Tor unter der Festung mit einem Salto feierte, ging durch Österreich. Aber danach nutzte der 22-Jährige seine extrem starken Anlagen kaum und das hohe Tempo nur, wenn auch der Ball am Fuß war.

Bei Ivans Besitzer Krasnodar hat Rapid bis Ende Mai eine Kaufoption, laut KURIER-Informationen in der Höhe von zwei Millionen Euro. Es wurde beschlossen, diese nicht zu ziehen.

Trotzdem hat der Rumäne, der auch an der U-21-EM in Italien teilnehmen wird, noch eine Chance in Hütteldorf: Wenn Ivan in den fünf Wochen bis zum Ende der Leihe deutlich zulegt, wird Rapid versuchen, noch eine neue, niedrigere Kaufoption auszuverhandeln.

Dafür müsste der sechsfache A-Teamspieler aber auch an einer seiner großen Schwächen arbeiten: der fehlenden Selbstreflexion.

Heikle Reduktion

Zwischen Didi Kühbauer und Fredy Bickel gibt es derzeit eine Arbeitsteilung. Währen der scheidende Sportdirektor versucht, den Kader zu verkleinern, ohne Stammspieler offensiv anzubieten, spricht der Chefcoach mit möglichen neuen Zugängen.

Vom Präsidium gibt es die Vorgabe, die Anzahl der Profis zu reduzieren. Auf 23 Kaderspieler, wenn die Europacup-Qualifikation nicht mehr klappt. Oder auf 25, wenn es erneut Richtung Europa League geht.

Wobei das Trainerteam eindringlich vor einer zu starken Reduzierung warnt: Sowohl bei der Admira als auch in Wolfsberg hat Kühbauer erlebt, wie englische Wochen einen zu sparsam kalkulierten Kader auslaugen können. Seit dem Berisha-Verkauf stehen ihm maximal 20 voll fitte Feldspieler zur Verfügung. Im Frühjahr hat nur ein Trainer-Kollege einen kleineren Kader zur Verfügung.

Zwei Verkäufe

Der Unterschied: In Hütteldorf müssen teure Spieler wie Deni Alar oder (der derzeit verletzte) Mateo Barac kämpfen, um nicht auf der Tribüne zu landen.

Bei beiden besteht die Chance, einen Teil der ausgegebenen Ablöse im Sommer wieder hereinzuholen: Alar hat ein Angebot aus Ungarn, für Barac besteht Interesse aus Russland.