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Remis gegen Algerien? ÖFB-Star Baumgartner: „Das wäre keine Schande“

Der verletzte ÖFB-Star Christoph Baumgartner erklärt, warum man gegen Algerien am Ende auch einen Gang zurückschalten darf.
Andreas Heidenreich aus Santa Barbara
Christoph Baumgartner

Schon ohne Krücken spazierte Christoph Baumgartner am Donnerstag in Santa Barbara von einem Ende des Trainingsplatzes zum anderen, um den anwesenden Journalisten Rede und Antwort zu stehen. Der Pechvogel des ÖFB-Teams, der wegen eines Sehnenrisses im Oberschenkel die WM verpasst und seine Reha beim Team bestreitet, sprach dabei über ...

… die Leistungen in den bisherigen beiden Spielen Das erste Spiel war ein ganz schwieriges, wir haben es trotzdem souverän bestritten. Es war keine euphorisierende Leistung, aber trotzdem seriös und gut. Das Argentinien-Spiel war sehr ordentlich und brav, was gegen so eine Gegner dann aber nicht reicht. In den ersten Minuten haben wir Glück gehabt, gegen Ende aber dann nicht mehr. Wir haben es nicht geschafft, dass wir genug Torchancen kreieren, das ist aber kein Beinbruch. Wir sind trotzdem auf einem guten Weg.

… die Qualität von Argentinien Man redet immer über die Offensivpower, die sie haben, aber Argentinien ist einfach eine wahnsinnig gut organisierte Mannschaft. Sie verteidigen ein bisschen so wie Atletico Madrid, arbeiten extrem gut. Man sagt immer, der Messi macht nichts. Ja, aber die anderen neun Feldspieler sind sensationell im Spiel gegen den Ball. Daher haben wir uns schwergetan.

… die Tatsache, dass ein Remis gegen Algerien reicht Wir sind alle Fußballer und wir sind Fußballer geworden, um zu gewinnen. Was die Algerier machen, weiß ich nicht. Wir werden auf jeden Fall auf Sieg spielen, werden alles reinhauen. Es kann aber sein, dass es gegen Ende unentschieden steht oder eine Konstellation ist, die für beide Mannschaften passt und dann riskieren vielleicht beide Mannschaften nicht mehr das letzte Hemd. Das ist aber auch völlig normal und das hätte nichts mit einer Schande von Kansas City zu tun, das gibt es auch in Bundesligaspielen, dass du manchmal einfach mit dem Ergebnis zufrieden bist und den einen Punkt mitnimmst.

… seine Rolle bei der Mannschaft während der WM Ich glaube, dass ich ein gutes Bindeglied sein kann zwischen der Mannschaft und dem Trainerteam. Ich kenne die Jungs alle sehr sehr gut, weiß auch was in den Köpfen abgeht und wie sie sich fühlen. Gerade wenn einer eine schwierigere Phase hat, kann man unterstützen und helfen und das versuche ich auch. Darüber hinaus versuche ich, wenn es in Richtung der Spiele geht darüber nachzudenken, was uns helfen kann. Auch während der Spiele. Und wenn das gewünscht ist, und bis jetzt war das so, dann bringe ich mich da ein.

… den freien Tag am Mittwoch Ich war mit ein paar Jungs am Strand, Café trinken. Wir haben einfach versucht, die Zeit zu genießen. Für mich war es aber gar kein freier Tag. Ich habe am Vormittag und am Abend trainiert. Da ist mein Programm schon ein bisschen ein anderes.

… seinen Job als Motivator Ich bin wirklich sehr nah dran, habe zum Beispiel beim Argentinien-Spiel die letzte Ansprache in der Kabine gehalten. Das macht sehr oft der David (Alaba, Anm.), in dem Fall war es einmal ich. Da ist es auch gut, dass einmal Abwechslung drin ist, dass die Jungs nicht immer die gleichen Stimmen hören.

… einen möglichen Trainerjob nach der Karriere Ich glaube nicht, dass ich dieses Nomaden-Leben nach der Karriere auch noch möchte. Ich glaube, dass ich irgendwann sesshaft sein möchte. Das ist als Trainer schwierig. Aber vielleicht werde ich irgendwann einmal Co-Trainer beim Nationalteam. Das wäre ein cooler Job.

… seine Rehabilitation Es läuft sehr positiv. Das Feedback der Mediziner ist sehr positiv. Der nächste Schritt ist, dass ich die Krücken komplett wegbekomme. Da arbeiten wir Schritt für Schritt daran und schmeißen die Krücken nicht einfach weg. Im Geraden geht es schon gut, beim Stiegen steigen brauche ich sie noch. Ich bin weiterhin sehr glücklich, hier zu sein, weil ich eine sehr gute Betreuung habe und die WM miterleben kann.

… Konrad Laimer und Paul Wanner, die ihn auf der Zehnerposition vertreten haben Das waren zwei ganz unterschiedliche Spiele mit unterschiedlichen Charakteren. Ich glaube, der Pauli hat ein sehr gutes Spiel gemacht, war sehr aktiv und hat viele Ballaktionen gehabt. Der Konny interpretiert das ganz anders, gegen Jordanien war auch was anderes gefordert. Ich will das aber gar nicht mit mir vergleichen, weil wir unterschiedliche Spielertypen sind, egal wer da spielt. Und jeder interpretiert die Rolle auf seine Art.

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