In Barcelona ist vom "missing Messi" (vermissten Messi) die Rede.

© APA/EPA/JUANJO MARTIN

Champions League
04/10/2014

Barcelona wundert sich über lauffaulen Messi

Erstmals seit sieben Jahren steht der FC Barcelona nicht im Semifinale – die Kritik ist vernichtend.

Wer am Mittwochabend den Worten von Gerardo Martino lauschte, der durfte durchaus hellhörig werden. Der Trainer des FC Barcelona gestand ein, dass seine Mannschaft gegen das kompakte Bollwerk von Atlético Madrid einfach kein Mittel gefunden habe. Barça? Kein Mittel? "Wir haben alles Mögliche versucht, haben Veränderungen vorgenommen, aber wir haben es offensichtlich nicht geschafft", sagte der Argentinier nach dem 0:1, das das erstmalige Verpassen des Halbfinale seit sieben Jahren bedeutet hatte.

Und die Frage, ob Barça überhaupt noch zur obersten Elite im europäischen Klubfußball zählt, drängt sich immer mehr auf. Zumindest zu den Top 4 gehören sie in diesem Jahr nicht mehr. Erstmals seit 2007. Und die Kritiken im eigenen Land sind vernichtend. "Barça sagt Adiós auf die denkbar schlechteste Weise", titelte die Zeitung "El Periódico de Catalunya". "Es verlässt die Champions League durch die Hintertür."

Weg von der Spitze

Fakt ist, dass das Team um Messi & Co nur noch ein Schatten jener Elf ist, die vor wenigen Jahren von Fans in aller Welt bewundert wurde. Barças große Ära ging vor einem Jahr mit den 0:4- und 0:3-Niederlagen im Halbfinale gegen die Bayern zu Ende. "Nun entfernte sich das Team eine weitere Stufe von der Spitze", konstatierte das Sportblatt As. Die Katalanen scheiterten an einer Atlético-Elf, die all das aufwies, was Barça fehlte. "In solchen Schlachten gewinnt häufig nicht der Bessere, sondern der mit der besseren Strategie", dozierte Atlético-Trainer Diego Simeone nicht ganz ohne Eigenlob. Und der erfolgreiche Trainer darf sogar von mehr träumen. Der Viertelfinalsieg gegen Barça bedeutet auch ein gutes Omen für den möglichen ersten Titel in der Champions League. Seit 2008 gewann entweder der Bezwinger der Katalanen oder Barça selbst die Königsklasse.

Wirklich entspannt werden die Herren von Atlético aber heute nicht vor dem Bildschirm sitzen, wenn um 12.00 Uhr (Eurosport) die Halbfinal-Paarungen ausgelost werden. Vor allem Torhüter Thibault Courtois, der den Londonern gehört, wird den FC Chelsea als Widerpart vermeiden wollen. Laut "Sky" ist im Leihvertrag des Belgiers eine Klausel verankert, die verhindern soll, dass der 21-jährige Torhüter im Europapokal gegen Chelsea spielt. Diese sehe vor, dass Atlético einen Betrag von rund 3 Millionen Euro pro Spiel an die Londoner zahlen müsse, sollte Courtois auflaufen. Atlético-Präsident Enrique Cerezo bestätigte und befand: "Es ist eine Summe, die wir nicht zahlen können."
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