Sport | Fußball 26.01.2012

Austrias Wettlauf mit der Transferzeit

© Bild: APA/GEORG HOCHMUTH

Das Ende der Übertrittszeit naht. Die Veilchen müssen dringend noch einen Stürmer und einen Tormann holen.

Schade eigentlich, dass die Austria-Vorstände Thomas Parits und Markus Kraetschmer, der am Dienstag ins Trainingslager in der Türkei eingeflogen ist, nie bei der Asfinag gearbeitet haben. Dann würden sie sich jetzt leichter tun, die personellen Baustellen zu schließen. Bis 31. Jänner haben die Violetten noch Zeit, den Abgang von Nacer Barazite nach Monaco mit einem Stürmer und den Ausfall von Pascal Grünwald mit einem Tormann zu kompensieren.

Im durchaus passablen Test gegen Cluj musste Tomas Jun die Solospitze mimen, Roland Linz saß nur auf der Bank. Der Sturm verträgt also einen frischen Wind. Der Countdown läuft, die Personaldiskussionen sind natürlich auch innerhalb der Mannschaft im Hotel Barut Resort Gesprächsthema. Wie beim Bundesheer wird die neue Lage heruntergezählt: noch fünf Tage bis Transferschluss. Außerdem bekommen die Spieler am Rande mit, wie Parits hektisch mit dem Telefon am Ohr durch die Lobby wieselt, wenn sie ebendort im Kollektiv mit ihren iPhones den besten WLAN-Empfang suchen.

Auf Draht

"Ich weiß nicht, wie hoch meine Telefonrechnung ist", schmunzelt der Sportvorstand. "Zehn Torhüter sind mir mittlerweile schon angeboten worden, mindestens ebenso viele Stürmer. Ich könnte den ganzen Tag nur telefonieren." Bei keinem Verein der Liga tut sich personell derzeit so viel wie bei der Austria. Und es könnte noch nicht alles gewesen sein, wenn der Wechsel von Zlatko Junuzovic zu Werder Bremen nicht erst im Sommer, sondern noch im Jänner über die Bühne geht. Die Möglichkeit ist jedenfalls nicht auszuschließen.

Nicht nur deshalb saß Parits in den letzten zwei Tagen einige Male mit Junuzovic-Berater Jürgen Werner, dessen Bruder und Reinhard Tichy von der Agentur Stars&Friends zu Gesprächen zusammen. Nur am Mittwoch kehrte etwas Ruhe ein, da der Dauerregen ein Training auf dem Platz unmöglich machte und die Mannschaft in die Kraftkammer ausweichen musste. Zu Mittag stattete Teamchef Marcel Koller mit seinen Assistenten den violetten Trainern einen einstündigen Besuch ab.

Erstellt am 26.01.2012