Austria-Keeper Sahin-Radlinger: Auf den Spuren von Neuer und Co.

Warum Austria-Trainer Stephan Helm seinen Tormann nach dem 1:3 in Salzburg in Schutz nimmt und welches neue Ziel er ausgibt.
Samuel Sahin-Radlinger

Er wäre wohl am liebsten gleich im Strafraum der Red-Bull-Arena im Erdboden versunken. Austria-Keeper Samuel Sahin-Radlinger patzte im Spitzenspiel gegen Salzburg schwer. In der Schlussphase rutschte ihm ein harmloser Rückpass von Plavotic völlig unbedrängt unter dem Fuß durch - und kullerte zum 1:3 aus Sicht der Veilchen über die Linie. Aus der Traum, vielleicht doch noch einen Punkt mitzunehmen, die Niederlage war besiegelt.

"Man hat klassisch 17 Gedanken im Kopf. Ich habe einmal zu viel aufgeschaut und dann ist es schon passiert", erklärte Sahin-Radlinger geknickt. "Das ist leider in unserem Beruf das Schicksal.“

Wer jetzt denkt, es habe Vorwürfe gegeben, der irrt. Routinier Aleksandar Dragovic eilte sofort zu seinem Tormann und versuchte ihn aufzumuntern. Und Trainer Stephan Helm nahm seinen Schlussmann nach Ende der Partie ebenfalls in Schutz. "So etwas passiert", sagte er ganz trocken. Nämlich auch den Besten. "In den letzten Wochen hat es einige prominente Beispiele gegeben, wenn ich da an Neuer oder Donnarumma denke. Fehler gehören dazu." Jetzt heiße es: "Kopf hoch, Fokus wieder finden - wir wollen in den letzten vier Spielen die bestmöglichen Ergebnisse erzielen."

Sahin-Radlinger will sich keinesfalls unterkriegen lassen: "Solche Fehler passieren sicher 20 Mal im Spiel. Bei anderen Positionen ist es wurscht, bei uns passiert dann meistens leider ein Tor. Das muss man wegstecken können. Es ist nicht mein erster Fehler und es wird auch nicht mein letzter Fehler gewesen sein.“

Der Titelkampf sei laut Helm endgültig abgehakt, sieben Punkte liegt die Austria hinter Leader Sturm Graz. "Jetzt geht es um Platz vier, aktuell sieht es nach einem Dreikampf aus." In dem die Veilchen derzeit die schlechtesten Karten haben. Sie sind Sechster und Letzter in der Meistergruppe, Hartberg liegt punktegleich auf Rang fünf. Rapid hat als Vierter zwei Zähler Vorsprung auf das Duo.

Was muss passieren, damit die Violetten das neue Ziel erreichen können? Helm: "Wir müssen besser werden, müssen konsequenter verteidigen. Es ist ärgerlich, wenn wir so einfache Tore bekommen." An der Niederlage in Salzburg sei aber auch nicht alles schlecht gewesen: "Klar sind wir enttäuscht, wir müssen aber auch das große Bild im Auge behalten. Solche Spiele machen uns besser."

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