Showdown bei der Wiener Austria: AG-Vorstand wehrt sich gegen schwere Vorwürfe

Trotz des Derbysiegs kommt die Austria nicht zur Ruhe. Eine eidesstattliche Erklärung eines kroatischen Vermittlers könnte Harald Zagiczek zum Verhängnis werden.
Ein Mann spricht vor einem Hintergrund mit Sponsorenlogos wie Generali und Frank Stahl.

Sportlich läuft es bei der Wiener Austria wie geschmiert, nach dem 2:0 im Wiener Derby gegen Rapid darf Violett ausgelassen jubeln.

Die Austria wäre aber nicht die Austria, würde sie sich nicht intern zerschnetzeln. In einem Bericht der Kronen Zeitung werden schwere Vorwürfe gegen AG-Vorstand Harald Zagiczek erhoben. 

Es geht dabei um Korruption, Allmachtsfantasien und Einmischung ins Sportliche. Verschriftlicht von Zagiczek in einem Mail von seiner Privatadresse an einen gewissen Josko Rokov. Rokov machte diesbezüglich am 10. Jänner eine eidesstattliche Erklärung, Zagiczek reichte wenige Tage später eine Privatklage gegen Rokov ein - wegen übler Nachrede und Verleumdung.

Im Sommer 2025 hatte Zagiczek mit Rokov engen Kontakt. Rokov ist ein kroatischer Unternehmer und war früher Spielerberater. Den ursprünglichen Kontakt hatte Raimund Harreither hergestellt.

Jedenfalls verhandelte Zagiczek über den Mittelsmann Rokov mit US-amerikanischen und kanadischen Investoren zwecks des Kaufs der Viola Investment, die 49,9 Prozent der Austria hält. Die Investoren boten 17,46 Millionen Euro.

Danach brach der Kontakt zwischen Zagiczek und Rokov ab, dafür schaltete sich die andere Seite der Wiener Austria, die Investorengruppe WTF mit Peter Kroha und Jürgen Werner in die Verhandlungen ein. 

Es wurde ein Term Sheet am 2. Dezember unterschrieben, bis dato wurde aber nichts konkret. In der Folge führte auch Peter Podsedensek die Verhandlungen. Er ist Investor und hat die Austria beim Schuldenschnitt mit der Bank Austria in Wahrheit gerettet.

Harald Zagiczek möchte die Anschuldigungen nicht auf sich sitzen lassen und vermutet eine Kampagne  gegen seine Person - initiiert von Jürgen Werner. Der winkt ab: "Es gibt keinen Rachefeldzug."

Nach seinem eigenen Rücktritt im August 2025 und der Bestellung von Michael Wagner zum Sportdirektor soll Werner Zagiczek ins Gesicht gesagt haben, dass er ihn "bei der Austria umbringen werde". Werner stellt klar: "Das ist ein Blödsinn. Ich habe nur gesagt, dass sie es bereuen werden, wenn sie einen Sportdirektor vor einem Sportvorstand bestellen." Danach hielt sich Werner bewusst im Hintergrund.

Jürgen Werner vs. Harald Zagiczek

Nun versucht also Zagiczek in die Offensive gehen und wirft Werner finanzielle Eigeninteressen samt Auszahlung einer unzulässigen Prämie an sich selbst als damaligen Sportvorstand vor.

Darüber hinaus werden Werner Urkundenfälschung und  Berater-Deals unterstellt, sowie falsche Angaben gegenüber dem Aufsichtsrat, was Transfersummen betrifft.

Zagiczek wiederum schildert die einstigen Verhandlungen mit Rokov anders. Der solle 10 Prozent Provision verlangt haben bei einem Zustandekommen des Deals mit den Investoren aus Übersee.  Zagizcek, so Zagiczek, hätte Rokov handelsübliche drei Prozent angeboten. Danach gab es keinen Kontakt mehr.

Nun steht Aussage gegen Aussage, die Vorwürfe haben mittlerweile juristische Relevanz und gehen weit über das Vereins- und AG-Recht hinaus.

Am Dienstagmittag wendete sich Zagiczek schriftlich an seine Mitarbeiter und bezog Stellung: "Die Vorwürfe gegen meine Person, basierend auf einer Erklärung eines kroatischen Spielerberaters, welchen ich von wenigen persönlichen Terminen kenne, sind unwahr, frei erfunden und entsprechen nicht der Realität."

Die Aussagen von Josko Rokov, so Zagiczek weiter, seien gezielt an die Medien gespielt worden, "um mir persönlich und meiner Reputation zu schaden. In meiner gesamten beruflichen Laufbahn wurde ich niemals mit solchen Dingen konfrontiert. Ich begrüße die im Aufsichtsrat beauftragte externe Überprüfung, um meine Unschuld beweisen zu können."

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