Am Boden: Admira-Mittelfeldspieler Patrick Mevoungou und seine Kollegen kämpfen  im Heimspiel gegen Meister Salzburg gegen eine schwarze Serie

© APA/HERBERT NEUBAUER

Acht Gründe für Admiras tiefen Fall
02/27/2013

Acht Gründe für Admiras tiefen Fall

Nach Platz drei in der vergangenen Saison droht nun der Abstieg. Das Spiel gegen Salzburg musste abgesagt werden.

von Stephan Blumenschein

Elf Spiele, ein Punkt – die Bilanz der Admira seit dem letzten Sieg am 6. Oktober 2012 (4:1 gegen Innsbruck) ist inferior. Da ist es eigentlich kein Wunder, dass die Niederösterreicher Tabellen-Schlusslicht sind. Und vorläufig bleiben - das Spiel gegen Salzburg musste aufgrund der schlechten Platzverhältnisse abgesagt werden.

In nur sechs Monaten vom Europacup-Starter zum Abstiegskandidaten – acht Gründe für einen unaufhaltsamen Absturz.

1. Defensive

48 Gegentreffer sind der Minuswert der Liga. Seit 15. September 2012 (0:0 bei Rapid) hat es die Admira nicht mehr geschafft, in einem Spiel ohne Gegentor zu bleiben.

Gerade das ist aber eine überlebenswichtige Voraussetzung im Abstiegskampf.

2. Standardsituationen

Die Admira hat das Kunststück geschafft, aus bisher 130 Ecken kein Tor zu erzielen. Dafür passieren bei Standardsituationen im eigenen Strafraum praktisch in jedem Spiel mit Gegentoren bestrafte Anfängerfehler.

3. Abgänge

Für viele Experten sind die Transfers von Philipp Hosiner und Christopher Dibon der Hauptgrund für den Absturz. Das muss man relativieren: Beide waren zwar Leistungsträger, aber die Vorsaison hat bewiesen, dass die Admira auch ohne sie erfolgreich sein kann. Dibon fehlte wegen eines Beinbruchs fast das ganze Frühjahr, Hosiner war während des Erfolgslaufs im April und Mai meist nur Ersatzspieler.

4. Leistungsabfall

Patrik Jezek ist nur ein Beispiel von vielen. Der Tscheche war in der Aufstiegssaison nicht nur der überragende Admiraner, sondern auch der beste Torschütze (elf Treffer). In dieser Saison hat er nicht nur kein Tor erzielt, sondern ist auch sonst nur noch ein Mitläufer.

5. Führungsvakuum

Im Jänner verpflichtete Admira sechs neue Spieler. Die brauchen natürlich Zeit, um sich in der Südstadt einzuleben. Eines lässt sich aber jetzt schon sagen: Ein routinierter Führungsspieler ist nicht dabei. Gerade so einen hätte die Mannschaft aber dringend gebraucht. Noch immer lässt sich die Elf von Kleinigkeiten viel zu leicht aus dem Konzept bringen.

6. Privatfehde

Was Trainer Dietmar Kühbauer am 22. September 2012 nach einem 5:1 -Sieg (!) gegen Mattersburg geritten hatte, die Schiedsrichterzunft zubeschimpfen ("Das sind Kreaturen"), ist und bleibt ein Rätsel.

Zwar hat er sich für seine Entgleisung entschuldigt, aber die Schiedsrichter sind noch immer seine Lieblingsfeinde. Diskussionen und Streitereien gehören für Kühbauer offenbar zum Trainerjob. Eine Hilfe für sein Team ist er damit allerdings nicht.

7. Stimmung

In Erfolgszeiten bezeichnete Kühbauer seine Mannschaft nicht selten als "geile Garnitur". Davon ist schon lange nichts mehr zu hören. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Beziehung zwischen den Spielern und ihrem Trainer abgekühlt ist.

8. Aufstellungschaos

Eine Admira-Stammelf gibt es nicht. Kühbauer hat in dieser Saison in 22 Spielen schon 33 verschiedene Spieler eingesetzt. Dass es deshalb immer wieder Abstimmungsprobleme gibt, ist logisch.

Bundesliga

1 Austria Wien 22 17 3 2 54 : 17 54
2 RB Salzburg 21 12 6 3 50 : 23 42
3 Rapid Wien 22 12 3 7 35 : 21 39
4 Sturm Graz 22 10 6 6 34 : 27 36
5 Ried 22 9 4 9 39 : 32 31
6 Wolfsberger AC 21 6 7 8 31 : 34 25
7 Mattersburg 22 6 4 12 23 : 46 22
8 Wr. Neustadt 22 5 5 12 17 : 40 20
9 W.Innsbruck 22 6 1 15 18 : 45 19
10 Admira 22 4 5 13 32 : 48 17

Mittwoch, 20.30 Uhr Rapid - Sturm Graz Admira - FC Red Bull Salzburg Ried - Austria (ORF 1) Wacker Innsbruck - Wiener Neustadt

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.