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Sport Fußball
07/16/2022

839.000 sahen ÖFB-Erfolg und Aufstieg ins EM-Viertelfinale im ORF

Der ORF erreichte damit einen Marktanteil von 41 Prozent. Die Stürmerin ist nach ihrer Treffer-Premiere erleichtert.

Im Durchschnitt 839.000 Fußballfans haben am Freitagabend den Viertelfinalaufstieg des ÖFB-Teams bei der Frauen-Fußball-EM in ORF 1 mitverfolgt. Die Mannschaft setzte sich in Brighton mit 1:0 gegen die Norwegerinnen durch und trifft nun am 21. Juli im Viertelfinale auf Deutschland. Mit der Quote erreichte ORF 1 einen Marktanteil von 41 Prozent, in der Zielgruppe der 12- bis 49-Jährigen kam man gar auf 44 Prozent.

Damit zeigt die Kurve des TV-Faninteresses deutlich nach oben. Das Auftaktspiel am 6. Juli, bei dem Österreich gegen Gastgeber England knapp mit 0:1 verlor, hatte noch durchschnittlich 638.000 Zuseherinnen und Zuseher verfolgt. Das zweite Gruppenspiel gegen Nordirland am 11. Juli hatten dann im Schnitt 502.000 Fußballfans verfolgt.

Die 839.000 sahen damit auch das erste EM-Tor von Nicole Billa, die in den Kreis der Frauen-Fußball-EM-Torschützinnen aufgestiegen ist. Die 26-jährige Tirolerin durfte sich im achten Anlauf über ihren Premierentreffer bei einer Endrunde freuen. „Ich bin froh, dass es endlich passiert ist, mein erstes EM-Tor fühlt sich wunderschön an“, sagte die ÖFB-Topstürmerin.

"Geiler Ball"

Das Zuspiel von Verena Hanshaw, die eine Maßflanke zur Mitte gab, bezeichnete Billa als „geilen Ball“, den sie mit dem Kopf ins Tor beförderte. „Ich habe gewusst, der kommt und ich bin einmal nicht unter Bedrängnis. Es war ein schönes Gefühl, dass der da reingefallen ist“, so die ÖFB-Stürmerin. Damit avancierte sie im „Gruppenfinale“ zur Matchwinnerin. „Es war vielleicht nicht mein schönstes Tor, aber eines, das auf jeden Fall in Erinnerung bleiben wird“, betonte Billa.

Zuvor war sie bei ihrer zweiten EM-Teilnahme beim Auftakt-0:1 gegen England und dem 2:0 gegen Nordirland einmal mehr leer ausgegangen. Das auch, da sie kaum zu Chancen gekommen war. Viel Defensivarbeit für das Team sowie mangelnde Zuspiele waren der Hauptgrund dafür gewesen. „Ich habe in den letzten Spielen viel gearbeitet, mich aufgeopfert“, erinnerte Billa. Die Hoffnung auf einen Treffer habe sie dabei nie aufgegeben. „Es ist natürlich für einen Stürmer super, wenn die Anspiele auch kommen, das war heute perfekt“, wusste Billa.

Auch Abwehrspielerin Carina Wenninger konnte das unterstreichen: „Gegen Nordirland hat der letzte Pass oft gefehlt, diesmal haben wir sehr geradlinig gespielt und uns dadurch die eine oder andere Chance herausgespielt.“ Darüber freute sich auch Teamchefin Irene Fuhrmann besonders, hatte sie doch eine deutliche Steigerung bei den Zuspielen im letzten Drittel eingefordert. „Gott sei Dank ist dieser Treffer gelungen, der hat uns viel Ruhe gegeben“, meinte die 41-jährige Wienerin.

Dopingkontrolle

Die auch zur Spielerin des Spiels gewählte Billa musste neben einem Interview-Marathon auch noch zur Dopingkontrolle, konnte daher die Feierlichkeiten etwas weniger genießen als ihre Teamkolleginnen. Die genossen sichtlich wie auch schon nach dem Nordirland-Spiel jede Minute, feierten dabei noch ausgiebiger als zuletzt. Wenig überraschend wurde auch wieder die Pressekonferenz gecrasht, auch durch die Mixed-Zone wurde lautstark getanzt. „Wir sind einfach Menschen, die gerne Spaß haben. Wenn man ins Viertelfinale einzieht, darf man auch ausgiebig jubeln“, so Billa.

Besonders beeindruckend war die Art und Weise, hatte doch der zweifache Europameister Norwegen abgesehen von den letzten Minuten keine einzige Topchance. „Es war ein Wahnsinn, was wir reingeschmissen haben, wie souverän wir aufgetreten sind. Mir fehlen ein Stück weit die Worte“, verlautete die Hoffenheim-Angreiferin. Gegen einen Topgegner habe man noch nie so viele Topchancen gehabt. „Darauf können wir aufbauen.“ Mut macht zudem die Tatsache, in mittlerweile acht EM-Spielen weiter nur zwei Gegentore kassiert zu haben. „Das ist ein Wahnsinn, wenn man sich diese Fakten anschaut“, ist sich Billa bewusst.

Am Donnerstag wartet in Brentford Deutschland im Klassiker als Gegner. „In den 90 Minuten haben wir überhaupt nicht daran gedacht, da geht es nur darum, nach vorne und nach hinten zu sprinten“, gab Österreichs Fußballerin des Jahres 2021 Einblick. Umso größer ist allerdings nun die Freude, auf zahlreiche Weggefährtinnen aus der deutschen Bundesliga zu treffen. „Wir kennen sehr viele Spielerinnen aus der deutschen Liga. Es ist immer cool, wenn man gegen den Nachbarn spielt, ich freue mich persönlich sehr auf das Duell“, sagte Billa.

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