In der Zange: Die Rapidler Kainz (l.) und Stangl (r.) wollen dem WAC mit Wernitznig keinen Platz bieten

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Fußball
10/18/2015

7 Wegweiser in 22 Tagen für Rapid

Die Konkurrenz siegt: Beim WAC beginnen für Rapid anstrengende und entscheidende Wochen.

von Alexander Huber

Heiße Wochen kündigt Andreas Müller an. Das ist keine kühne Wetterprognose des Rapid-Sportdirektors, sondern ein nüchterner Blick auf das kommende Programm: In nur 22 Tagen stehen sieben Spielen an. Diese sieben Partien werden Rapid den weiteren Weg bis zur Winterpause weisen.

In der Meisterschaft wurde der Vorsprung auf die Konkurrenz aufgebraucht, nach den gestrigen Erfolgen von Salzburg und der Austria kann nur mit einem Sieg beim WAC Platz eins verteidigt werden. Angefangen mit dem heutigen Spiel in Wolfsberg (16.30 Uhr, ORF eins, Sky live) stehen vier vermutlich enge Duelle bis 8. November (in Grödig) und der nächsten Länderspielpause an.

In der Europa League könnte von Österreichs einzigem Starter nach dem perfekten Start mit zwei Siegen in zwei Spielen beim Doppelpack gegen Tschechiens Meister Pilsen hingegen schon der Aufstieg in die K.-o.-Spiele fixiert werden.

Der einzige Pflichtsieg kann im Cup erwartet werden: Im Achtelfinale ist zur Freude der Fan-Szene Zweitligist Austria Salzburg am 31. Oktober zu Gast.

Reizwort

Das Schlüsselwort dieser „heißen Wochen“ wird „Doppelbelastung“ lauten. Ein Begriff, den Trainer Zoran Barisic nicht gerne verwendet: „Je öfter wir darüber reden, desto eher werden die Spieler an die Müdigkeit denken und sie wirklich spüren.“ Außerdem wurde „ein Jahr darauf hintrainiert, diese Europacupspiele bestreiten zu dürfen“, betont Rapids Dauerläufer Stefan Schwab.

Zu Saisonbeginn wurden die englischen Wochen mit Extrem-Rotationen noch erfolgreich absolviert. Zuletzt war aber speziell im Zentrum die Personaldecke zu dünn. Das war zum Teil selbst verschuldet, wegen der Verkäufe von Behrendt und Wydra. Aber auch Pech, weil auch noch Petsos und Nutz ausgefallen sind. Schwab und Grahovac konnten deshalb vor der Länderspielpause nicht mehr pausieren. „Das ist gegen Minsk noch gutgegangen, aber gegen Salzburg war es dann einfach zu viel. Da war das Zentrum nicht mehr dicht“, sagt Barisic nach seinen Analysen.

Mit der Rückkehr von Petsos sind wieder Umstellungen möglich. Außerdem stellte Barisic bei Schwab und Grahovac nach der Rückkehr aus den Teamcamps eine besonders „breite Brust“ fest: „Es war eine große Ehre für die beiden. Außerdem haben sie festgestellt, dass sie auch im Team mithalten können.“ Der 23-jährige Grahovac hatte zuletzt vor 13 Monaten für Bosniens U 21 spielen dürfen, bei Schwab waren die U-21-Einberufungen sogar schon drei Jahre her.

Individualtraining

Louis Schaub kehrt zurück und ist zumindest im Training schon wieder gut in Form, Philipp Schobesberger plagen Knieschmerzen. Barisic hofft auf mehr Kaderbreite: „Ich brauche in diesen drei Wochen den gesamten Kader auf Top-Niveau.“

Wie kann die Fitness jener Spieler, die seltener zum Einsatz kommen, konserviert werden? „Wir haben das Fitnesstraining stark individualisiert.“