Sport | Fußball-WM
14.06.2018

WM-Serie, Teil 32: Saudi-Arabien setzt auf Hilfe aus Europa

Oliver Kahns Tormann-Schule und die spanische Liga machen den WM-Kickern von Saudi-Arabien Beine.

Oliver Kahn verdient sein Geld nicht nur als TV-Experte, sondern auch mit seiner Firma Goalplay: Diese unterstützt weltweit Tormanntrainer. Und diese wurde im Oktober 2017 vom Fußballverband Saudi-Arabiens beauftragt, die Ausbildung der Tormänner im Land voranzubringen. Kurzfristig arbeitete Kahn mit den Teamtormännern unter anderem bei einem zweiwöchigen Trainingslager im Dezember in Deutschland, langfristig soll eine Tormannakademie entstehen. Angesprochen darauf, dass Oliver Kahn die saudischen Torhüter trainiert, sagte ARD-Experte Thomas Hitzlsperger: „Kennt man ja, die Saudis übernehmen wieder unsere Abwehrsysteme.“

Bei den Feldspielern setzen die Saudis auf Know-how aus Spanien. Begonnen hat in diesem Jänner alles mit Fahad Al-Mullawad, der von Erstligist Levante als Neuzugang verkündet worden ist. Es folgte Leganés mit Yahya Al-Shehri. Und als am selben Abend auch noch Villarreal mit Salem Al-Dawsari einen Saudi als Neuzugang präsentierte, war klar, dass da etwas im Gang ist. Sieben Klubs nahmen neun Saudis auf.

Der Grund dafür liegt in einem Übereinkommen der spanischen Liga mit dem Sportministerium und dem Fußballverband von Saudi-Arabien. Die Vereine zahlten keine Ablöse, kein Gehalt – sie bekamen sogar Geld für die Nachhilfe für die Saudi-Kicker. Fünf Millionen soll es für Villarreal gegeben haben, damit sie zwei Saudis (ein Talent für die B-Mannschaft) bis Sommer betreuen.

So generierte Levante in der Woche vor dem Transfer 127 neue Fans in den sozialen Netzwerken, in den Stunden nach der Bekanntgabe des Transfer waren es plötzlich 29.000 neue Fans. Fahad Al-Mullawad brachte es auf zwei Einsätze und 26 Spielminuten. Salem Al-Dawsari durfte im letzten Spiel gar 33 Minuten lang aufs Feld.