Sport | Fußball-WM
20.06.2018

Ronaldo trifft, Portugal müht sich zum Sieg gegen Marokko

Der Weltfußballer erzielt den frühen Siegestreffer. Die Marokkaner nutzen ihre Chancen nicht.

Europameister Portugal hat bei der Fußball-WM in Russland seinen ersten Sieg gelandet. Die Portugiesen mühten sich gegen Marokko zu einem knappen 1:0-Sieg und übernahmen vor dem anderen Spiel der Gruppe B (Spanien - Iran, 20 Uhr im KURIER.at-Liveticker) mit vier Punkten die Tabellenführung. Für Marokko ist die zweite Niederlage gleichbedeutend mit dem vorzeitigen Aus.

Das Siegestor erzielte Superstar Cristiano Ronaldo bereits in der 5. Spielminute per Kopf. Nach seinem Dreierpack in der Auftaktpartie gegen Spanien (3:3) führt der Weltfußballer die Torschützenliste mit vier Treffern an. Außerdem stellte der 33-Jährige in Moskau eine Bestmarke auf - nach seinem 85. Länderspieltor ist er alleiniger europäischer Rekordhalter. Im Spanien-Match hatte der Real-Stürmer mit Ferenc Puskas gleichgezogen, der es in seiner Karriere auf 84 Treffer für Ungarn gebracht hatte.

Frühe Führung

Portugal hatte die Startelf im Vergleich zum ersten Auftritt nur auf einer Position verändert. Joao Mario ersetzte im Team von Trainer Fernando Santos den um zwei Jahre jüngeren Bruno Fernandes im Mittelfeld. Marokkos Coach Herve Renard stellte seine Anfangsformation, in der nur ein Spieler gebürtiger Marokkaner war, auf drei Positionen um. Noureddine Amrabat spielte trotz einer im Spiel gegen den Iran erlittenen Gehirnerschütterung von Beginn an.

Wie schon in der ersten Partie gingen die Portugiesen in der vierten Minute in Führung. Ronaldo köpfelte einen zuvor kurz abgespielten Eckball wuchtig ein. Marokko konnte den historischen Sieg gegen Portugal von der WM 1986 nicht wiederholen. Die Nordafrikaner begannen vor den Augen von Ex-FIFA-Präsident Sepp Blatter zwar wie schon gegen den Iran stürmisch, mussten dem Gegner nach dem frühen Gegentreffer gezwungenermaßen auch mehr Räume eröffnen.

Eine gute Ausgleichschance fanden die Marokkaner in der elften Minute bei einem Kopfball vor, den Innenverteidiger Da Costa nicht im Tor unterbringen konnte. Auch im weiteren Spielverlauf konnte der beherzt kämpfende Außenseiter immer wieder vereinzelt Nadelstiche setzen, die Bemühungen blieben allerdings unbelohnt.

Ineffiziente Marokkaner

Ein aggressives und frühes Attackieren erwies sich als gute Taktik, die Portugiesen zu fordern. Der letzte Pass vor das Tor war bei den Marokkanern zu oft mangelhaft. Nicht unumstritten waren außerdem zwei grenzwertige Zweikämpfe im Strafraum der Portugiesen. Die Pfeife von US-Schiedsrichter Mark Geiger, der einige harte Aktionen durchgehen ließ, blieb jedoch stumm.

In der zweiten Hälfte hatte Ronaldo wieder die Gelegenheit zu einem frühen Treffer. Völlig unbedrängt kam der Goalgetter im Strafraum zum Schuss, der aber weit über das Tor ging (51.). Auf der anderen Seite verhinderte Schlussmann Rui Patricio mit einer überragenden Parade in der 57. Minute nach einer gefährlichen Chance von Younes Belhanda den Ausgleichstreffer. Drei Minuten später war es Marokkos Kapitän Mehdi Benatia, der eine Großchance ausließ.

In der Schlussphase versuchten die Marokkaner noch einmal, die Niederlage abzuwenden, konnten das WM-Aus jedoch nicht mehr verhindern. In der Nachspielzeit ging ein Schuss von Benatia nur über den Kasten. Ihr abschließendes Endrunden-Match am Montag gegen Spanien ist damit für die Afrikaner bedeutungslos.