Sport | Fußball-WM
24.06.2018

Favoriten unter Druck: Gelingt der Rollenwechsel?

Polen und Kolumbien spielen nach Auftaktniederlagen im direkten Duell um den WM-Verbleib.

Vor der WM waren in der Gruppe H Polen und Kolumbien die klaren Favoriten auf den Aufstieg. Nach dem enttäuschenden Auftakt wird das direkte Duell zur Nervenschlacht: Gut möglich, dass der Verlierer bereits die Rückflug-Tickets buchen kann. Denn sowohl Senegal (2:1 gegen Polen) wie auch Japan (2:1 gegen Kolumbien) sind mit breiter Brust und drei Punkten Vorsprung in einem unerwarteten Vorteil.

Polens Kapitän Robert Lewandowski hatte die Kolumbianer vor dem Turnier als stärkstes Team der Gruppe bezeichnet. Helfen könnte ab 21 Uhr ein Lewandowski in Topform. Aber ist die beim Bayern-Star in Sichtweite? Nach seinem schwachen WM-Debüt war der Stürmer in der Heimat in die (ungewohnte) Kritik geraten.

Falsche Elf?

Scharfe Worte gibt es auch in Kolumbien. Nationaltrainer José Pekerman bekam eine heftige Breitseite vom einstigen Team-Kapitän Freddy Rincón ab: „Ich kenne den Trainer, er hat die Mannschaft sehr schlecht aufgestellt, und das schadet sehr“, sagte der dreimalige WM-Teilnehmer in einem Interview. Das 1:2 gegen Japan erklärt Rincón so: „Pekerman hatte neue Spieler auf verschiedenen Positionen. Das ist eine Auswahl, die so viele Wechsel nicht gewohnt ist, und das merkte man ihr an.“

Heute wird Superstar James Rodríguez vom FC Bayern von Anfang an spielen, für Schonung ist keine Zeit mehr.

Heimische Kräfte

Bereits um 17 Uhr wollen die ursprünglichen Außenseiter nachlegen. Sowohl Japan als auch Senegal setzen auf einheimische Trainer, was bei beiden Nationen keine Selbstverständlichkeit war. Japan hatte erst zwei Monate vor der WM den mit der Mannschaft zerstrittenen Serben Halilhodzic gegen Akira Nishino ausgetauscht. Im Senegal leistet Aliou Cissé bereits seit drei Jahren erfolgreiche Arbeit: „Ich repräsentiere eine neue Generation, die hart arbeitet und auch gut in Taktik ist.“

Dass in Japan andere Dinge zählen, betonte Maya Yoshida: Der Teamspieler lobte die Anhänger dafür, dass sie ihren Mist im Stadion nach den Spielen wegräumen: „Ich bin stolz auf sie.“ Auch in der Kabine würden die Japaner darauf achten, diese nach dem Spiel sauber zu hinterlassen.