Sport | Fußball-WM
07.07.2018

England feiert, aber Fans vor Ort bleiben bisher aus

Nur 3.500 Anhänger der Three Lions waren gegen Schweden live mit dabei. Für das Halbfinale wird ein Ansturm erwartet.

Englands größter Triumph auf WM-Ebene seit 28 Jahren hat für Jubel bei den Fans der Three Lions gesorgt. In der Heimat wurde das 2:0 gegen Schweden am Samstagabend in den Pubs und auf öffentlichen Plätzen ausgiebig gefeiert, in Samara stimmten die Anhänger der Three Lions auch noch lange nach Schlusspfiff ihre Lieder an. Die englische Fan-Schar war jedoch überschaubar.

Beim ersten WM-Viertelfinale Englands seit zwölf Jahren waren nur rund 3.500 Fans der Nationalmannschaft dabei. Die FIFA habe offiziell nur 1.600 Karten an England-Fans abgesetzt, vermeldete eine BBC-Reporterin. Anhänger aus England haben ihrem Ruf zum Trotz bei der WM in Russland insgesamt deutlich weniger Karten (34.235) gekauft als beispielsweise jene aus Deutschland (71.687) oder Kolumbien (68.667).

Weite Anreise und Sorge vor Ausschreitungen

Zur WM 2006 in Deutschland waren zum schlussendlich verlorenen Viertelfinale gegen Portugal noch mehrere Zehntausende Anhänger von der Insel nach Gelsenkirchen angereist. 30.000 saßen damals im Stadion, ebenso viele in der Stadt vor den Leinwänden. In Russland sind nun so wenige dabei wie noch nie bei einem Großturnier, wie Beobachter vor Ort feststellten.

Als Gründe wurden zum einen erhöhte Kosten durch die weite Anreise in Städte wie Samara, als auch die Sorge vor gewalttätigen Ausschreitungen genannt. Die Angst vor Übergriffen auf englische Fans durch russische Hooligans wie bei der EM 2016 in Marseille war vor Beginn des Turniers Thema in den britischen Boulevardblättern. Die diplomatischen Spannungen zwischen London und Moskau nach dem Fall Skripal sollen die Reise-Lust der Engländer ebenfalls gemindert haben.

Durch den Aufstieg von Harry Kane und Co. ins Halbfinale soll der Ansturm aus England aber nun kommen. Die Partie am kommenden Mittwoch findet im Luschniki-Stadion von Moskau statt. British Airways hat bereits angekündigt, weitere Kapazitäten für Flüge freizumachen.