© REUTERS/EDGARD GARRIDO

Sport
08/05/2021

Für China geht es bei Olympia um Nationalstolz - und gegen den bösen Westen

Politik macht auch vor den Olympischen Spielen nicht halt. Besonders bemerkbar macht sich das in den sozialen Netzwerken.

Man ist etwas verstimmt in der Volksrepublik. Zum einen passen die Fotos von den eigenen Athletinnen und Athleten in ausländischen Medien nicht, zum anderen hadert man mit der Badminton-Goldmedaille von Taiwan. China nimmt die Olympischen Spiele zum Anlass und bringt auch politische Konflikte aufs Parkett, vor allem in den sozialen Netzwerken brodelt es.

Die Bilderfrage

Fürs Erste wären da die westlichen Medien. Die chinesische Botschaft in Sri Lanka wirft der Nachrichtenagentur Reuters vor, besonders bei chinesischen Sportlerinnen und Sportlern unvorteilhafte Bilder zu veröffentlichen. Verärgert ist man dort beispielsweise über ein Foto von Hou Zhihui, das die Gewichtheberin in Aktion und mit angespannten Gesichtsausdruck zeigt. Hou holt zu Beginn der Spiele Gold und bricht dabei mehrere olympische Rekorde. Ihren Sieg widmet sie der Kommunistischen Partei Chinas, die heuer ihren hundertsten Geburtstag feiert.

Über die Medaille freut man sich, über das Bild, das dazu um die Welt geht, weniger. Die Botschaft klagt via Twitter: Warum hat man sich genau dieses Foto ausgesucht? Reuters solle Politik und Ideologien nicht über den Sport stellen. Die Veröffentlichung würde zeigen, wie „hässlich“ die Agentur sei. Es bleibt nicht der einzige Fall, in dem man sich über die Bildauswahl via Social Media beschwert. „Vielleicht liegt es daran, dass den weißen Westlern alles Gute im Leben leichter gemacht wird“, twittert die Botschaft.

Aggressiv gegen Taiwan

Zum Zweiten stößt man sich in China auch an den Vertreterinnen und Vertretern von Chinesisch Taipeh, der Delegation aus Taiwan. Das verschärft sich, als China im Badminton-Doppel gegen die Taiwaner verliert. Die Reaktionen auf der chinesischen Social-Media-Plattform Weibo sind aggressiv, besonders als der taiwanesische Goldmedaillen-Gewinner Lee Yang auf Facebook postet: „Ich komme aus Taiwan.“ 

Die Delegation aus Taiwan darf auf Druck Chinas während der Spiele keine Symbole, wie Flaggen oder Hymnen, verwenden, die die Unabhängigkeit Taiwans suggerieren könnten. Die Volksrepublik betrachtet Taiwan als festen Bestandteil des chinesischen Territoriums. Laut NZZ beschwerte sich das chinesische Konsulat deswegen schon beim amerikanischen Fernsehsender NBC, weil dieser in einer Karte China ohne Taiwan zeigte. Auch bei der Eröffnungsshow unterbrach Chinas Streaming-Dienst Tencent während des Einlaufs der taiwanischen Sportlerinnen und Sportler die Übertragung.

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