Christoph Strasser

┬ę Christoph Strasser

Radsport
10/13/2017

Extremradfahrer Strasser: "Man muss leiden"

Der Steirer will am Wochenende in 24 Stunden mehr als 903 Kilometer fahren.

von Florian Plavec

Um wieviel Uhr man Christoph Strasser dieser Tage anrufen kann? "Jederzeit", sagt sein Pressebetreuer. "Der sitzt fast den ganzen Tag auf dem Ergometer und hat Zeit."

Christoph Strasser ist ein Mann der Extreme. Wo f├╝r andere das Training aufh├Ârt, f├Ąngt es f├╝r ihn erst an. Wo andere aufgeben, wird es f├╝r ihn interessant. Vier Mal gewann der 34-j├Ąhrige Steirer bereits das Extrem-Rennen Race Across America quer durch die USA. Nun hat er sich das n├Ąchste Ziel gesetzt: Der 24-Stunden-Weltrekord auf der Bahn soll fallen. Am kommenden Samstag beginnt das Projekt um 13.00 Uhr im V├ęlodrome Suisse in Grenchen im Kanton Solothurn. Bei 903,76 Kilometer liegt der aktuelle Rekord des Slowenen Marko Baloh. "Ich w├Ąre extrem gl├╝cklich, wenn ich das schaffen w├╝rde", sagt Strasser leicht schnaufend, im Hintergrund ist das Surren des Ergometers zu h├Âren.

F├╝r einen Weltrekord m├╝sste er 3616 Runden auf der schnellen Bahn drehen. Doch der Extremsportler tr├Ąumt von mehr: "Im Idealfall kann ich einen Schnitt von 40 km/h durchhalten. Damit k├Ânnte ich mehr als 960 Kilometer schaffen." Selbst die magische 1000-Kilometer-Marke ist f├╝r Strasser nicht ausgeschlossen. Das w├Ąre eine Distanz, gr├Â├čer als jene von Wien nach Paris, unvorstellbar f├╝r einen normalen Radfahrer. Doch weshalb setzt sich ein Mensch diesen Strapazen aus, welche Probleme k├Ânnen auf ihn zukommen ÔÇô und ist Strasser einfach verr├╝ckt?

Wie ern├Ąhrt sich Strasser in den 24 Stunden?

Ausschlie├člich w├Ąhrend der Fahrt. Betreuer reichen ihm vom Rand der Bahn die Flaschen. Es ist akribisch durchgeplant, wann Strasser was zu sich nehmen wird. "Ich bekomme Fl├╝ssignahrung wie ein Patient nach einer Kieferoperation. Da kann nicht viel passieren."

24 Stunden radfahren ÔÇô tut das weh?

Ja. Auch f├╝r einen trainierten K├Ârper ist die Belastung gro├č. Strasser k├Ânnte Probleme mit dem R├╝cken bekommen, und wegen der hohen Fliehkr├Ąfte in den Kurven lastet viel Gewicht auf dem Ges├Ą├č. Das k├Ânnte zu Sitzbeschwerden f├╝hren.

Muss er nicht aufs Klo?

Doch. Daf├╝r wird er vom Rad absteigen und kurze Pausen machen. "Drei oder vier, das muss reichen."

Warum f├Ąhrt er in der Schweiz?

Die moderne Bahn aus Sibirischer Fichte soll au├čerordentlich schnell sein, zirka ein km/h schneller als jene im Wiener Dusika-Stadion.

Welchen Typ Fahrrad verwendet er?

Die Wahl des Bikes steht Strasser frei. Er hat sich gegen ein Bahnfahrrad mit fixer ├ťbersetzung entschieden. Daf├╝r verwendet er ein Zeitfahrrad mit Schaltung und Freilauf. Begr├╝ndung: "Da kann ich f├╝r ein paar Sekunden die Beine hochnehmen und den R├╝cken dehnen."

Wo lauert die Gefahr?

"In der M├╝digkeit und der Monotonie", sagt Strasser. "Wenn man unaufmerksam wird, kann man in den Kurven st├╝rzen." Und Strasser muss 7232 Kurven fahren, alle nach links.

Was ist mit Doping?

"Ich unterliege nat├╝rlich den Anti-Doping-Regeln und gehe davon aus, dass ich getestet werde", sagt Strasser.

Ist der Typ verr├╝ckt?

"Ich bin bestimmt nicht so wahnsinnig, wie es f├╝r Au├čenstehende aussieht", sagt er. "Es macht Spa├č, dieses Projekt zu verfolgen, das aus tausend Teilen besteht. Das ist mein Beruf." Au├čerdem: "Was ich mache, ist f├╝r mich normal, ein gesunder Mensch h├Ąlt das aus. Nat├╝rlich muss man dabei leiden, aber es gibt auch intensive Gl├╝cksmomente. F├╝r mich ist es viel verr├╝ckter, wenn Menschen auf Skiern mit 140 km/h einen Berg runterfahren."

Kann man den Weltrekordversuch wo sehen?

Ja. Live in der Halle oder auf www.christophstrasser.at.

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