Sport
09.03.2018

Eisel hat in seiner Zeit bei Sky "nichts gesehen"

Von 2012 bis 2015 führ der Österreicher für den Sky-Rennstall, der aktuell wegen Doping-Vorwürfen in der Kritik steht.

Radprofi Bernhard Eisel weiß von keinem Medikamentenmissbrauch in seinen Jahren beim Team Sky von 2012 bis 2015 zu berichten. Das sagte der Steirer im Interview mit dem Internetportal Cyclingnews auf die mutmaßliche Verwendung von Kortikosteroiden zur Leistungssteigerung in der Mannschaft von Tour-de-France-Sieger Bradley Wiggins angesprochen.

"Ich bin nicht in der Position, um über die gesamte Situation von Sky und die damaligen Vorgänge zu sprechen. Ich kann nur über mich sprechen, aber es gibt eine Menge Spekulationen, hauptsächlich auf Twitter und Social Media. Von meiner Seite, wenn sie mich fragen wollen, ich war nicht in diesem Trainingslager und habe kein Kortison verwendet. Das ist es von meinem Standpunkt aus", erläuterte der frühere Teamkollege des in einem britischen Parlamentsuntersuchungsbericht der Überschreitung von "ethischen Grenzen" beschuldigten Wiggins.

"Ich kann ihm nicht helfen"

Der seit 2016 für das südafrikanische Dimension-Data-Team fahrende Eisel bekräftigte, dass er bei Sky nichts Auffälliges beobachtet habe. "Während meiner Zeit, während ich da war, habe ich nichts gesehen. Die Leute werden es immer noch nicht glauben, aber so ist es", sagte der Steirer und verwies auf seine schöne Zeit bei Sky.

Wiggins weist die mutmaßlichen Verfehlungen vehement zurück und spricht von einer Hexenjagd auf seine Person. Dem im Fahrerfeld als Athletenvertreter geschätzte Eisel missfallen die unbewiesenen, anonymen Anschuldigungen in den parlamentarischen Bericht sowie der Umgang mit Wiggins in der Öffentlichkeit. Er begrüße aber die angekündigte Untersuchung des Weltverbandes ( UCI) durch unabhängige Experten in der Sache, so der 37-Jährige.

Die vielen verbalen Attacken gegen Wiggins findet Eisel aber nicht in Ordnung, helfen könne er dem 2016 zurückgetretenen Briten jedoch nicht. "Man könnte sagen, Wiggins tut mir leid, wie er sich zu verteidigen versucht, aber ich kann ihm nicht helfen. Ich habe ihm damals, 2012, geholfen, die Tour zu gewinnen, aber jetzt muss ich diese Fragen beantworten", sagte Eisel. Er könne jedenfalls nur für seine Person sprechen. "Ich weiß, was ich getan und nicht getan habe." In seinen Augen, das besage auch der Untersuchungsbericht, habe es aber damals bei Ausreizung des Reglements keinerlei Verletzungen der Regeln der UCI und der WADA gegeben.