Taktisch und körperlich bärenstark: Damiano Caruso vom Team Bahrain-Victorious

© REUTERS/JENNIFER LORENZINI

Sport
05/29/2021

Egan Bernal rettet 1:59 Minuten in den Giro-Schlusstag

Der Kolumbianer steht vor dem zweiten Grand-Tour-Sieg. Damiano Caruso holte sich die vorletzte Etappe

Einmal noch schlafen und dann das 30,3 Kilometer lange Einzelzeitfahren in Mailand unfallfrei und möglichst gut absolvieren – das sollte dem Kolumbianer Egan Bernal am Sonntag den Sieg bei der 104. Italien-Rundfahrt bringen. Davor hatte der Ineos-Kapitän auf der 20. Etappe aber noch jede Menge Arbeit zu erledigen.

Felix Großschartner war am Samstag auf den 164 Kilometern von Verbania in die Schweiz und via San-Bernardino- und Splügenpass ins italienische Madesimo lange in einer Ausreißergruppe mit bis zu fünf Minuten Vorsprung, sein Bora-hansgrohe-Kollege Peter Sagan (SVK) sicherte sich das Punktetrikot des besten Sprinters beim 104. Giro.

In der Abfahrt vom San Bernardino drückte der Gesamtzweite Damiano Caruso (ITA/Bahrain) aufs Tempo und setzte Bernal unter Druck, zugute kam ihm auch die Arbeit von DSM um den Franzosen Romain Bardet, die in den Serpentinen ein brutales Tempo anschlugen.

Im Finale hinauf auf die Alpe Motta musste Großschartner abreißen lassen, Caruso siegte schließlich solo vor Bernal (+24 Sekunden), der nun mit noch 1:59 Minuten Vorsprung auf Caruso in den Schlussakt geht.

"Wir haben die Situation heute gut im Griff gehabt", sagte Egan Bernal, "die zwei Minuten Vorsprung für das Zeitfahren sind eine gute Position für mich." Für den 24-Jährigen wäre es der zweite Sieg bei einer der drei großen Landesrundfahrten nach jenem bei der Tour de France 2019.

Felix Großschartner zog eine durchwachsene Bilanz: "Ich habe heute versucht, in die Ausreißergruppe zu gehen und das ist mir auch gelungen. Wir haben wirklich gut zusammengearbeitet, aber leider hat das Peloton das Rennen erfolgreich kontrolliert. Ich glaube, als wir den San Bernandino erreichten, war unser Vorsprung bereits auf eine Minute geschrumpft, so dass es eine sehr schwierige Aufgabe für uns war." Und der Oberösterreicher fügte an: "Ich habe mich während dieses Giro nicht sehr gut gefühlt, und auch heute habe ich ziemlich gelitten, aber wie an jedem anderen Tag versuchte ich mein Bestes zu geben. Ich habe es geschafft, so lange wie möglich bei den Favoriten zu bleiben."

Rot-weiß-rotes Rekordfeld

Der Giro ist noch nicht zu Ende, da wirft schon die Tour de France ihre Schatten: Heute beginnt das 73. Critérium du Dauphiné, Ineos entsendet mit Geraint Thomas und Tao Geoghegan Hart eh nur den Tour-Sieger von 2018 und den Giro-Sieger von 2020.

Sieben Österreicher (Rekord!) werden sich wehren: Michael Gogl (Qhubeka-Assos), Felix Gall (DSM), Patrick Gamper, Patrick Konrad, Lukas Pöstlberger (Bora-hansgrohe), Hermann Pernsteiner (Bahrain) und Sebastian Schönberger (B&B).

20. Etappe (Verbania-Madesimo/Alpe Motta, 164 km): 1. Caruso (ITA) Bahrain 4:27:53, 2. Bernal (COL) +24, 3. Martinez (COL) beide Ineos +35, 4. Bardet (FRA) DSM gl. Zeit, 5. Almeida (POR) Deceuninck-Quick Step +41, 6. S. Yates (GBR) Bike Exchange +51, 7. Wlasow (RUS) Astana +1:13, 8. Carthy (GBR) EF-Nippo +1:29, 20. Großschartner (AUT) Bora-hansgrohe +5:29, 137. Brändle (AUT) Israel +38:05.

Gesamt: 1. Bernal 85:41:47, 2. Caruso +1:59, 3. S. Yates +3:23, 4. Wlasow +7:07, 5. Bardet +7:48, 6. Martinez +7:56, 7. Carthy +8:22, 8. Almeida +8:50, 44. Großschartner +2:12:40, 130. Brändle +5:04:04.

Sonntag: Einzelzeitfahren in Mailand (30,3 km).

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