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Sport
04/05/2019

Die Schuldirektorin geht auf den Marathon-Hattrick los

Nancy Kiprop gewann 2017 und 2018 in Wien. Mit dem Preisgeld gründete sie eine Schule.

von Florian Plavec

Man kann einiges anstellen mit den 15.000 Euro Preisgeld für den Sieg beim Vienna City Marathon und den etwaigen Boni für Top-Zeiten. Die einen kaufen sich ein Auto, die anderen bauen ihren Bauernhof aus, wie es der Kenianer Robert Chemosin getan hat, der Wien-Sieger von 2016. Nancy Kiprop hat eine Schule gebaut, direkt in ihrer Heimatstadt Iten im Hochland von Kenia.

2017 und 2018 triumphierte die 39-Jährige in Wien. Am Sonntag (9.00 MESZ/live ORFeins) geht sie als Titelverteidigerin ins Rennen und auf den Wien-Hattrick los. „Ich habe mich gut vorbereitet, ich fühle mich wohl“, sagt die Mutter zweier eigener (17 und 9 Jahre) und fünf adoptierter Kinder. Etwaiges Preisgeld würde sie wieder in ihr Schulprojekt investieren.

125 Kinder

Sieben Lehrer unterrichten derzeit 125 Kinder im Alter von 3 bis 8 Jahren. Demnächst soll eine weitere Schulklasse dazukommen. „Ich hatte einmal die Vision, eine Schule zu gründen“, sagt Kiprop. „Das habe ich nach meinen zwei Wien-Siegen dann verwirklicht. Ich wollte der Gesellschaft etwas zurückgeben.“ Mittlerweile leitet sie die Schule gemeinsam mit ihrem Ehemann.

Der Streckenrekord der Damen von 2:23:47 Stunden wurde im Jahr 2000 von der Italienerin Maura Viceconte aufgestellt, die vor zwei Monaten im 52. Lebensjahr auf tragische Weise verstorben ist. Nancy Kiprop lief im Vorjahr in Frankfurt 2:22:46. „Natürlich werde ich auch den Streckenrekord angreifen“, sagt sie.

Vom Rekord spricht auch Robert Chemosin. Die Herren-Bestmarke in Wien steht seit 2014 bei 2:05:41 (Getu Feleke/KEN). Der 30-Jährige hat 2:08:05 stehen, doch die Formkurve zeigt nach oben. „Ich habe mit Weltrekordhalter Eliud Kipchoge trainiert und ich fühle mich großartig“ kündigte Chemosin an. „Wenn das Wetter passt, ist das Ziel zumindest eine persönliche Bestleistung.“

Selbstvertrauen

Mit dem Schweizer Tadesse Abraham greift einer der derzeit besten europäischen Langstreckenläufer die Phalanx der Kenianer an. Auch der in Eritrea geborene 36-Jährige strotzt vor Selbstvertrauen: „Vor meinem geistigen Auge sehe ich mich immer als Erster über die Ziellinie laufen. Das ist der Grund, wofür ich trainiert habe“, sagt er. „Ich habe großen Respekt vor der Konkurrenz, aber wenn ich das laufe, was ich trainiert habe, werde ich gewinnen.“

Bei der EM in Berlin 2018 holte er Silber; bei seinem Sieg in Seoul 2016 verpasste er in 2:06:40 den Europarekord nur knapp. Der Brite Mo Farah drückte die Bestmarke später in Chicago auf 2:05:11. Abraham: „Dieser Rekord ist mein Traum.“

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