Sport
25.04.2018

Der Salzburger Erfolgslauf in Zahlen

Zwölf Fakten, die die Außergewöhnlichkeit des Semifinal-Einzugs unterstreichen.

Nach 22 Jahren ist es am Donnerstag wieder soweit: Ein österreichischer Verein spielt in einem Europacup-Semifinale. Zuletzt kam Rapid unter die besten vier Klubs eines großen Klubbewerbes. In der Saison 1995/’96 setzten sich die Wiener im Semifinale des Cup der Cupsieger gegen Feyenoord durch.

Was nicht mehr für möglich gehalten worden ist, hat Salzburg geschafft. Nachdem in den bisherigen K.-o.-Runden mit Real Sociedad, Borussia Dortmund und Lazio Rom je ein Klub aus Spanien, Deutschland und Italien ausgeschaltet werden konnte, wartet als letzte Hürde vor dem Finale mit Olympique Marseille ein Spitzenklub aus Frankreich.

Der KURIER hat sich vor dem Hinspiel am Donnerstag in Marseille (21.05 Uhr, live Puls4, Sky Sport Austria) durch den UEFA-Datendschungel gewühlt und viele Fakten gefunden, die die Außergewöhnlichkeit der Leistung unterstreichen ...

18 Europacup-Spiele hat Salzburg in dieser Saison schon absolviert. Österreichs Meister ist der einzige noch sowohl in der Champions League als auch in der Europa League verbliebene Verein, der schon in einer zweiten Qualifikationsrunde Mitte Juli 2017 mitspielen musste.

11 Verbände haben nun zumindest einen Klub im Semifinale seit der Umbenennung des UEFA-Cups in Europa League im Jahr 2009 gestellt. Salzburg hat dafür gesorgt, dass Österreich nun zu diesem erlauchten Kreis unter immerhin 55 UEFA-Mitgliedsverbänden gehört.

4 Gruppensiege in der Europa League hat Salzburg bereits eingefahren. Nach 2009, 2013 und 2014 gelang dies auch 2017. Red Bull holte Platz 1 übrigens vor Semifinalgegner Marseille, gegen den es einen 1:0-Heimsieg und ein 0:0-Auswärtsremis gab. Dass Salzburg in allen vier Jahren ungeschlagen Gruppensieger wurde, ist Bewerbsrekord.

58 Europa-League-Spiele (ohne Qualifikation) haben die Salzburger seit 2009 absolviert. Nur die spanischen Klubs Villarreal (62 Partien) und Bilbao (61) haben noch mehr Partien gemacht. Mit einem Finaleinzug könnten die Salzburger mit den Basken gleichziehen.

1620 Europacup-Minuten hat Andreas Ulmer diese Saison schon in den Beinen. Der Linksverteidiger ist der einzige Salzburger Spieler, der in allen 18 Partien von der ersten bis zur letzten Minute auf dem Spielfeld war . Neben dem Routinier war auch Munas Dabbur in allen Europacup-Partien dabei.

30 Siege feierte Salzburg in bisher 58 Europa-League-Partien. Nur Villarreal (33) war noch erfolgreicher. Die 94 erzielten Tore werden ebenfalls von Villarreal, aber auch von Bilbao übertroffen.

12 Partien in der Europa League haben neben Dabbur und Ulmer mit Xaver Schlager, Amadou Haidara und Stefan Lainer auch drei weitere Salzburger in den Beinen. Der Rechtsverteidiger spielte wie Ulmer in diesen immer durch. Von Marseille war nur Luiz Gustavo in so vielen Partien dabei, der Brasilianer kommt allerdings bisher nur auf 1026 Spielminuten.

5 Tore hat Stefan Lainer in dieser Europa-League-Saison vorbereitet. Nur Real-Sociedad-Offensivmann Sergio Canales ist mit sechs direkten Torvorlagen noch besser.

89 Prozent Passquote hat Duje Caleta-Car in dieser Europa-League-Saison. Von seinen 520 Pässen kamen 463 an. Von den Salzburger Stammspielern hat niemand eine bessere Quote. Die meisten Pässe spielte bisher Valon Berisha mit 541 (Passquote 82 %). Auf die meisten erfolgreichen Zuspiele kam Caleta-Car, mit seinen 463 angekommen Pässen gehört er zu den Top-5 aller Abwehrspieler.

21.414 Reisekilometer hat Salzburg nach dem zweiten Trip in dieser Saison nach Marseille abegspult. Die anderen Europacup-Ausflüge gingen nach Malta, Rijeka (Kroatien), Constanta (Rumänien), Guimarães (Portugal), Konya (Türkei), San Sebastian, Dortmund und Rom.

1 Spiel hat Salzburg in dieser Europa-League-Saison bisher nur verloren, das Viertelfinal-Hinspiel bei Lazio Rom endete mit einem 2:4. Alle anderen Teams, die in dieser Saison mehr als acht EL-Partien absolviert haben, gingen öfters als Verlierer vom Platz. Auch die sechs Salzburger EL-Siege sind ein Spitzenwert. Nur Arsenal (acht Erfolge) und Lazio (sieben) kommen auf mehr. Mit fünf Remis liegt Salzburg hinter AEK Athen (sieben) auf Platz 2.

205 Foulspiele begingen die Salzburger bisher und sahen insgesamt 26 Gelbe Karten. Das sind zwar negative Topwerte, die aber auch zeigen, mit wie viel Körpereinsatz die Salzburger zu Werke gehen. Zum Vergleich: Marseille beging nur 161 Fouls und erhielt nur 22 Gelbe Karten gezeigt. Für die Salzburger ist es also kein Nachteil, dass nach dem Viertelfinale alle Verwarnungen gestrichen worden sind. Es kann also kein Spieler wegen einer Gelbsperre ein weiteres Europacup-Spiel in dieser Saison versäumen.