Zweifel an 16er-Liga: Rapid will nicht aufsteigen

Fredy Bickel plant noch mit einer weiteren Saison von Rapid II in der Ostliga. © Bild: KURIER/Gerhard Deutsch

Sportdirektor Bickel über seine Skepsis zur Ligaaufstockung und über die Pläne für Rapids Amateure.

Die neue zweite Liga mit 16 Vereinen kämpft ein halbes Jahr vor ihrem Start noch um Akzeptanz. Da wäre eine Teilnahme von Rapid II schon eine Hilfe für die zweite Bundesliga: Rapid zieht immer. Selbst wenn es darum geht, "nur" dem nächsten Wöber oder Ljubicic zuzuschauen.

"Grundsätzlich" stimmt Fredy Bickel zu: "Rapid II soll so hoch wie möglich spielen." Derzeit liegen die grünen Talente auf Platz fünf der Ostliga. Doch der Rapid-Sportdirektor äußert im KURIER-Gespräch große Zweifel: "Ich räume dieser neuen 16er-Liga nicht sehr große Chancen auf eine positive Entwicklung ein. Ich weiß nicht, wie lange dieses Konzept so stehen wird."

Außerdem habe Rapid noch einige Hausaufgaben zu erledigen: "Der Verein ist noch nicht ganz so weit, dass Rapid II ehrlicherweise dort dazugehört." Da geht es auch um die Standort-Frage, die Tribünen auf dem Platz West 1 neben dem Allianz Stadion müssten nach einem Aufstieg ausgebaut werden.

Keine Verstärkungen

Deswegen gibt es auch keine Verstärkungen für Trainer Muhammet Akagündüz. Aber wenn der Aufstieg "passiert", verspricht Bickel, "dass alles zu 100 Prozent erledigt wird, um in der 16er-Liga auch mitspielen zu können".

Sollten heuer die Amateure von Austria, Sturm und Altach aufsteigen, wären die vorgesehenen drei Plätze für Zweierteams vergeben. Rapid II könnte 2019 also nur über eine Relegation aufsteigen. "Ich weiß, die Brechstange packen wir aber nicht aus", erwidert Bickel. "Ich habe gelernt, dass du am ehesten zum Ziel kommst, wenn du mit Geduld zur richtigen Zeit den richtigen Schritt machst."

Altach im Fokus

Für das Zustandekommen der 16er-Liga ist Altach von besonderer Bedeutung, weil im Westen nur drei Vereine ihr Interesse am Aufstieg angemeldet haben. Über die Pläne von Altach II sagt Sportdirektor Georg Zellhofer zum KURIER: "Sportlich muss es das Ziel sein, in der zweiten Liga vertreten zu sein. Liefering zeigt vor, wie wertvoll das sein kann." Dann kommt jedoch Zellhofers Aber: "Wir sind über Platz drei im Herbst schon überrascht. Mehr investieren können wir mit unserem 7-Millionen-Budget nicht. Der Aufstieg kann also passieren, aber forciert wird er nicht."

( kurier.at ) Erstellt am 13.01.2018