Sport | Bundesliga
17.11.2017

Wie Rapid vier Extra-Millionen Gewinn verspielt hat

Rapid überraschte mit einem Plus von 2,28 Millionen - und ließ 2016/’17 vier weitere Millionen liegen.

Beim SK Rapid wurde die Strategie gewechselt. Irgendwann zwischen der Euphorie der Stadioneröffnung mit der im Sommer 2016 um sich greifenden Was-kostet-die-Welt-Einstellung und dem Aufprall im Abstiegskampf im Frühjahr 2017 gewannen Tugenden wie Bescheidenheit und Zurückhaltung wieder an Wert. Dazu passend wurde angekündigt, dass das abgelaufene Geschäftsjahr (1. 7. 2016–30. 6. 2017) mit einem "kleinen Gewinn" bilanziert werden soll.

Höchstwert

Tatsächlich präsentierte Rapid einen Geschäftsbericht, der früher mit lautem Jubel verbunden gewesen wäre. 2,28 Millionen Euro Gewinn! Damit steigt das Eigenkapital des Vereins auf den historischen Höchstwert von 12,5 Millionen Euro. Und das nach einem sportlichen Katastrophenjahr.

Andererseits: Durch steuerliche Details können Gewinne auch zeitlich verschoben werden (Stichwort Verlustvortrag). Jedenfalls ließen Geschäftsführer Christoph Peschek und Finanzdirektor Raphael Landthaler für Selbstkritik auffallend viel Platz. "Unsere Planungsprämissen waren ganz andere: Wir wollten mit dem teuersten Kader der Vereinsgeschichte um den Titel mitspielen", gesteht Peschek.

In der Realität kamen noch Vertragsauflösungen mit Büskens, Müller, Canadi und einigen Assistenztrainern hinzu. "Ohne diese Trennungen und mit einer sportlich erfolgreichen Saison hätten wir rund vier Millionen Euro mehr Gewinn", erzählt Landthaler. 21,4 Millionen Personalaufwand bleiben als Mahnmal und Rekordwert in den Büchern.

Millionen durch VIPs

Was sogar übertroffen wurde, ist der 2013 von Landthaler entworfene Businessplan für das Allianz Stadion. Statt 13 Millionen Umsatz im Hanappi-Stadion sollten im Neubau 20 Millionen lukriert werden. Geworden sind es 28 Millionen. Ergibt einen zusätzlichen Nettogewinn von 3,7 Millionen (im Vergleich zum Hanappi-Stadion) im Premierenjahr. Eingeplant waren 3 bis 3,5 Millionen. Vor allem der VIP-Klub wurde zur Cashcow. "Die Steigerung im Hospitality-Bereich beträgt 369%, damit sind wir in Österreich in einer eigenen Dimension", sagt Landthaler. Auch beim Ausblick geben sich die Verantwortlichen zurückhaltend: Ohne Europacup (4,1 Millionen Nettogewinn 2016/’17) wird der Umsatz von 41,6 Millionen auf "mindestens 30 Millionen" sinken. Aufgrund der Millionen für den Verkauf von Wöber wird sich laut Peschek "zumindest eine schwarze Null ausgehen".

Wahrscheinlicher ist aber, dass in einem Jahr zum sechsten Mal in Folge ein Gewinn verkündet wird. "Wir sind lieber vorsichtig und übertreffen dann die Erwartungen", meint Peschek.

Aufgabe LASK

Dafür nötig ist ein Platz unter den Top 3, also Erfolge bei Spielen wie am Samstag beim LASK im ausverkauften Paschinger Stadion (16 Uhr). Cheftrainer Goran Djuricin freut sich über die starken Auftritte seiner Teamspieler: "Wenn Schaub und Kvilitaia gleich so weitermachen, hätten wir gegen den LASK schon zwei Tore."