Sport | Bundesliga
23.02.2018

Warum Wr. Neustadt die Erste Liga entscheiden wird

Letztes Halbjahr vor der Liga-Reform: Ohne Ausweichstadion für Neustadt entfällt die Relegation.

Heute beginnt das letzte Frühjahr der Erste Liga, bevor diese auf 16 Vereine aufgestockt und in die logischere "2. Liga" umbenannt wird. Ab Sommer dürfen auch Amateurteams der Bundesligisten sowie semi-professionelle Vereine mitspielen. Davor werden nicht alle Fragen sportlich entschieden. Der KURIER liefert Antworten.

Wer steigt auf? Die ersten zwei der Tabelle fix, der Dritte darf in die Relegation – voraussichtlich gegen St. Pölten. Ried (38 Punkte) und Innsbruck (36) sind die sportlichen Favoriten und sollten auch die Lizenz erhalten. Liefering (35) darf als zweiter Red-Bull-Klub nicht rauf. Bleiben Wiener Neustadt (38) und Hartberg (35) als Kandidaten.

Wo liegt das Problem? In der Infrastruktur. Die Bundesliga hat nach dem Aufstieg von Grödig ohne geeignetes Stadion (2013) die Anforderungen erhöht. In Wiener Neustadt fehlen die Rasenheizung und einige überdachte Plätze, in Hartberg fast alles, was in der obersten Spielklasse gefordert wäre.

Gibt es eine Lösung?Für Hartberg kaum, für Neustadt wahrscheinlich. "Die Stadt hat vor einem Jahr einen Grundsatzbeschluss für ein neues Stadion am Stadtrand gefällt. Deswegen dürfen wir jetzt im Umkreis von 150 Kilometern ein Ausweichstadion mit Rasenheizung suchen", erklärt Präsidentin Katja Putzenlechner. Konkret geht es um alle Heimspiele zwischen November 2018 und März 2019. "Spätestens im Sommer 2019 wird dann das neue Stadion eröffnet und das alte durch Wohnungen ersetzt", kündigt Putzenlechner an, die mit Bürgermeister Schneeberger (ÖVP) einen einflussreichen Mitstreiter an ihrer Seite hat.

Wer nimmt Wiener Neustadt auf? "Meldungen, wonach der Umzug in die NV Arena durch Hilfe der NÖ-Landesregierung (zum Entsetzen des SKN) fix wäre, kann Putzenlechner nicht bestätigen: "Es gibt gute Gespräche, bis dato gibt es aber keinen unterschriebenen Vertrag." Sechs Standorte kämen als Vermieter in Frage (St. Pölten, Südstadt, Mattersburg, Graz, 2 x Wien). "Wir wollen im Bundesland bleiben und gehen davon aus, dass das auch klappen wird."

Ist die Relegation damit gesichert? Nein, es gibt auch eine sportliche Hürde. Wenn etwa Hartberg keine Lizenz bekommt, in der Tabelle aber vor dem dritten aufstiegsberechtigten Klub landet, entfällt die Relegation und der Letzte der Bundesliga (SKN) wäre gerettet.

Wer steigt aus den Regionalligen auf? Insgesamt acht Vereine aus den drei Regionalligen. Zusätzlich soll ein neunter Drittligist Relegation gegen den Letzten der Erste Liga (derzeit BW Linz) spielen.

Wo liegt hier das Problem? Der ÖFB hat beschlossen, dass aus jeder Liga maximal drei Klubs rauf dürfen, deshalb: Im Westen. Während aus der Ost- und Mitte-Liga mehr als genug Vereine rauf wollen, ist in der Westliga nur Anif "fix". Altachs Amateure und vor allem Grödig zögern. Das ergibt im schlimmsten Fall nur 15 Starter in der 16-er Liga.

Gibt es eine Lösung? "Zur Not spielen wir mit 15, aber der ÖFB könnte die regionale Beschränkung aufheben", sagt Liga-Vorstand Herovits. Wahrscheinlich entfällt die Relegation und der Letzte wäre (wieder einmal) gerettet.