Sport | Bundesliga
17.01.2018

Warum das Transferfenster einen neuen Rahmen hat

Erstmals dürfen die Fußballer in Österreich bis zum 6. Februar, 17 Uhr, den Verein wechseln.

"Am Schluss geht es zu wie auf der Börse. Manche Aktien werden unerschwinglich, andere sind plötzlich billig zu haben", erzählt Christian Ebenbauer über das halbjährliche Finish der Transferzeit. Als Vorstand der Bundesliga weiß der 42-Jährige natürlich Bescheid über den Stress, der am Ende alle Beteiligten bewegt: Die "Aktien" sind die Kicker, gehandelt von ihren Beratern zwischen Verein X und Y (manchmal sogar Z). Am Ende müssen die Unterschriften aller Beteiligten übermittelt werden.

Schließlich muss die Bundesliga die finalen Transfers auch noch beglaubigen, zur Not erst um 23.59 Uhr. Wer zu spät kommt, den bestraft die fehlende Spielgenehmigung. Und ein halbes Jahr Stehzeit kann Karrieren beschädigen (siehe unten).

FIFA-Vorgabe

Heuer endet die Winter-Transferzeit in Österreich aber nicht wie über Jahrzehnte üblich am 31. Jänner um 24 Uhr, sondern erst am Dienstag, den 6. Februar um 17 Uhr. Warum eigentlich? "Die Vorgabe der FIFA für die Transferzeit lautet: Vier Wochen im Winter, zwölf Wochen im Sommer", erzählt Ebenbauer. In den letzten Jahren schoben einige Länder die winterliche Übergangszeit nach hinten.

"2016 sind unsere Vereine zur Einsicht gekommen, dass die Schweiz dadurch einen Vorteil hat." Konkret verlangten Spieler, die mit einem Engagement in einer Top-Liga spekulierten, am 31. Jänner noch zu viel für österreichische Klubs. Am Tag danach, falls der Wechsel (etwa nach Deutschland) doch nicht geklappt hat, wären sie plötzlich leistbar gewesen.

Und die Schweizer Klubs freuten sich über das noch offene Transferfenster.

"Deswegen gab es einen einstimmigen Beschluss, das Transferfenster bis 6. Februar offenzuhalten." Ganz ausgeglichen wurde der Wettbewerbsnachteil dadurch aber nicht. Während in allen Top-Ligen weiterhin am 31. Jänner Schluss ist, überbieten sich einige Konkurrenten mit dem Nach-hinten-Schieben: In der Schweiz und in Kroatien schließt das Fenster mittlerweile erst am 15. Februar, in Tschechien am 22. 2., in Russland am 24. 2. "Eigentlich ist es nicht gewollt, dass Transfers nach dem Frühjahrsstart stattfinden. Aber mit nur einer Runde vor dem 6. Februar ist das ein guter Kompromiss", meint Ebenbauer.

Im Sommer darf übrigens weiterhin bis 31. August, 24 Uhr, gefeilscht werden.