Sport | Bundesliga
22.10.2017

Derby-Vorspiel: Peschek attackiert Kraetschmer

Da ein Austria-Chronist den "Rekordmeister Rapid" untersuchen soll, wird eine violette "Kampagne" vermutet.

Christoph Peschek ist gelernter Politiker – auch in seinen Äußerungen. Lieber ein Wort nicht sagen, dafür einen Konjunktiv mehr verwenden.

Doch wenn es um die Austria und Vorstand Markus Kraetschmer geht, wird der Rapid-Wirtschaftsvorstand emotional. "Ich hätte nicht die Zeit, um mich so sehr wie Kraetschmer dem Stadtrivalen zu widmen. Mittlerweile kann ich die Abfolge seiner Fouls gegen Rapid nur noch als Kampagne bezeichnen", erklärt Peschek vor dem 323. Derby im KURIER-Gespräch.

Die Vorwürfe

Was ist passiert? Nach dem 2:2 und den Verfehlungen der Rapid-Fans im letzten Derby forderte Kraetschmer von der Liga harte Strafen gegen Rapid. "Er kann als Liga-Vizepräsident doch nicht Sanktionen gegen ein anderes Liga-Mitglied einfordern", meint Peschek.

Vor dem Europacup-Spiel bei AEK Athen wurde gewarnt, griechische Hooligans könnten gemeinsam mit Rapidlern die Austria-Fans "empfangen". "Niemand ist wegen Randale hingeflogen, und es hat auch keine gegeben", entgegnet Peschek.

Zuletzt machte die Austria in einer Werbekampagne Rapid den Titel "Rekordmeister" streitig. "Plötzlich will der ÖFB das untersuchen. Zufall?", fragt Peschek. Kraetschmer bestreitet gegenüber der APA, er habe im ÖFB-Präsidium den Impuls zur wissenschaftlichen Aufarbeit gegeben.

Als Studienautor ist Matthias Marschik vorgesehen. Der Historiker ist aber auch Autor der Vereinschronik "Wiener Austria – die ersten 90 Jahre". "Weil da ohnehin klar scheint, wie das Urteil ausfällt, haben wir führende Historiker um eine Untersuchung gebeten. Das Ergebnis ist wie damals bei der offiziellen 50-Jahr-Chronik des ÖFB klar: Rapid ist und bleibt Rekordmeister", sagt Peschek.

Violett für Schöttel

Kraetschmer hat zuletzt jedenfalls bewiesen, dass er auch für Rapidler eintreten kann. Das ÖFB-Präsidiumsmitglied war es, das die drei – letztendlich entscheidenden – Bundesliga-Stimmen gegen Sportdirektor Ruttensteiner organisierte. Um Rapid-Legende Peter Schöttel zu inthronisieren.