Sport | Bundesliga
08.08.2017

Sportchef Bickel: "Ngamaleu ist ein Thema für Rapid"

Rapid-Transfer: Der Sportdirektor spricht über die schwierige Stürmersuche und den Altach-Angreifer.

Fredy Bickel beginnt das Gespräch damit, dass er sich selbst an der Nase nimmt: "Ich nehme es auf mich, dass das Thema ,Stürmersuche‘ so eingeschlagen hat. Ich habe es selbst provoziert."

Am 26. Juni machte der Rapid-Sportdirektor mit einem KURIER-Interview eine Tür auf, die er seither nicht mehr zubekommt: Wenn Traustason geht, könne schon bald der gesuchte schnelle Stürmer kommen. Sechs Wochen später ist Traustason längt in Athen, aber noch immer kein flotter Angreifer in Hütteldorf.

Hohe Ausgaben

Die Erklärungen sind vielschichtig. Die wichtigste ist – no na – das Geld. Nachdem Ex-Sportdirektor Müller vergangene Saison das Spielerbudget deutlich überschritten hat, achten die Hütteldorfer in einer Saison ohne Europacupeinnahmen besonders darauf, nicht zu stark ins Minus zu geraten.

"Unsere Einsparungen sind zum Teil nur eine ’Mogelpackung’: Ich muss mitplanen, dass Traustason und Jelic 2018 wieder zu zahlen sein könnten", gesteht Bickel. Wenn die beiden Leihspieler in Athen bzw. Rijeka nicht überzeugen, sind die für Rapid-Verhältnisse hohen Gehälter nächste Saison wieder zu übernehmen.

Comeback-Frage

Der zweite Grund sind die Verletzten: "Ich will auch deswegen die Transferzeit ausreizen, weil wir abwarten müssen, wie es Schobesberger und Kvilitaia nach der Verletzung geht." Die beiden Schlüsselspieler sind wieder fit, aber: Ab wann werden sie auch eine Verstärkung sein?

Der dritte Grund ist Bickels schützende Hand für die eigenen Talente im immer noch großen Kader: "Sobczyk und Keles brauchen regelmäßige Einsätze. Wenn Schobesberger und Kvilitaia wieder spielen und noch ein Neuer kommt – was machen wir dann mit den beiden?"

Für beendet erklären will Bickel aufgrund der vielen offenen Fragen die Stürmersuche aber nicht. Im Gegenteil: Im KURIER-Gespräch bestätigt Bickel erstmals das Interesse an einem Spieler, der von Rapid schon länger beobachtet wird. "Moumi Ngamaleu ist auf jeden Fall ein Thema für uns."

Für das 4-4-2?

Der 23-jährige Altach-Stürmer sorgte nach einem starken ersten Jahr mit wunderschönen Europacup-Toren gegen Brest und Gent für Aufsehen. Der Teamspieler aus Kamerun kommt unter Trainer Schmidt meist rechts am Flügel zum Einsatz, würde aber auch in das von Djuricin angedachte 4-4-2 passen.

Verhandelt wurde noch nicht. Weil noch keine definitive Entscheidung über eine Neuverpflichtung gefallen ist, aber auch, weil Bickel die Europacup-Einsätze aus Respekt vor den Vorarlbergern abwarten wollte: "Sportdirektor Zellhofer hat mir in meinen ersten Monaten wertvolle Ratschläge gegeben. Dies vergesse ich nicht, aber jetzt ist es an der Zeit, einmal ein informelles Gespräch zu führen."

Auch über das dezente Interesse Altachs an Reservist Philipp Prosenik.

Warum Ngamaleu überhaupt zu kaufen sein könnte? Es soll bei Altach eine Ausstiegsklausel geben. In einer für Rapid heuer sehr schwer stemmbaren, aber nicht komplett unmöglichen Höhe.