Klartext: Stefan Schwab kämpft als Rapid-Kapitän gegen die Krise

© APA/AFP/GUENTER ARTINGER

Interview
10/15/2016

Schwab: "Einen wie Büskens hatte ich noch nie"

Rapid-Kapitän Stefan Schwab vor dem Altach-Spiel über Trainer Mike Büskens und die Krise

von Alexander Huber

Stefan Schwab soll zum neuen Gesicht von Rapid aufgebaut werden. Dazu gehören auch öffentliche Auftritte in Zeiten der Krise. Mit Herz und Hirn versucht der 26-jährige Salzburger, diese Aufgabe zu meistern. Im KURIER-Interview vor dem wegweisenden Heimspiel gegen Altach (18.30 Uhr) findet der neue Rapid-Kapitän auffallend deutliche Worte.

KURIER: Nach dem 2:4 in Ried gab es harte Kritik von Sportdirektor Müller und viele interne Diskussionen. Wie beurteilen Sie die Situation?

Stefan Schwab: Wir wissen, wo der Hebel anzusetzen ist. Was der Sportdirektor gesagt hat, ist natürlich zu akzeptieren. Wir wollen uns seine Kritik zu Herzen nehmen. Aber die Gründe für die Probleme liegen für mich im sportlichen Bereich. Ich habe ihm gesagt, dass das Mannschaftsklima und das Verhältnis mit den Trainern passt.

Wie geht’s weiter?

Wir dürfen öffentlich nicht zu viel herumreden, sondern müssen intern Lösungen finden. Nur so können wir da rauskommen. Wenn wir die drei Heimspiele in Folge gewinnen, schaut es wieder ganz anders aus. Das Stadion gibt uns einiges. Wir haben etwas gutzumachen.

Wird das eine Woche der Wahrheit für den ganzen Verein?

Bei Rapid gibt es immer nur wichtige Spiele. Ich sehe das als Chance, die Krise abzuwenden, in dem wir gewinnen und zeigen, dass wir mit Druck umgehen können.

Als Kapitän stehen Sie mehr in der Verantwortung. Ist diese Aufgabe ungewohnt?

Am Montag nach dem Ried-Spiel gab es eine Sitzung mit den Trainern, bei der auch jeder Spieler seine Meinung sagen konnte. Nur wenn wir offen und ehrlich sind, können wir Probleme lösen. Die Situation ist nicht einfach. Aber am Ende entscheidet doch noch immer das Ergebnis auf dem Rasen.

Empfinden Sie es als erste heikle Phase im Kapitänsamt?

Nein, es war auch das Thema um Max Entrup nicht einfach. Aber grundsätzlich ist weiter Steff unser Kapitän.

Da Hofmann bis Jahresende ausfällt, ist es heuer aber kein Thema mehr, wer die Schleife trägt. Sie sind jetzt erstmals mehr als nur sein Vertreter.

Meine erste Aufgabe ist, dass ich meine Leistung bringe. Aber ich bin nicht umsonst der Kapitän und versuche, die Aufgaben abseits des Platzes gut zu regeln. Steff gibt da auch Tipps. Und auf dem Platz ist Christopher Dibon einer, der lautstark wie ein Kapitän hilft. Bei uns hängt nicht alles an einem Spieler.

Für Sie persönlich läuft es ja gut. Sind Sie überrascht, dass Sie bei sieben Saisontoren halten?

Nein. Ich habe bei jedem Verein meine Tore gemacht. Von den beiden Treffern in Ried konnte ich mir aber nichts kaufen, weil wir verloren haben. Später kann es schön sein, wenn ich zurückschaue auf eine Saison mit besonders vielen Toren. Das Wichtigste bleibt aber, dass ich der Mannschaft helfe.

Auf welcher Position können Sie am meisten helfen? Unter Trainer Büskens spielen Sie auch manchmal als Zehner.

Meine Lieblingsposition ist ganz klar der Achter. Weil ich nicht der Wendigste bin und mit dem Gesicht zum gegnerischen Tor am meisten helfen kann. Gegen ganz starke Gegner wie Bilbao kann ich aber auch als Zehner versuchen, dass wir insgesamt kompakter auftreten.

Sie haben mit vielen Trainern gearbeitet. Wie unterscheidet sich Mike Büskens als Typ?

Er ist ein anderer Trainer-Typ. Einen wie Büskens hatte ich noch nie. Er ist extrem offen und ehrlich. Er sagt immer gleich, was er sich denkt und fordert das auch von uns Spielern ihm gegenüber ein. Für die meisten Spieler ist seine Mentalität ganz neu. Natürlich spricht er dann Fehler auch so direkt an ...

... und das hat manche Spieler anfangs verschreckt?

Ja, aber da passiert nichts unter der Gürtellinie. Es gibt Spieler, die sich von der Direktheit angegriffen fühlen. Aber er hat öfter klargestellt, dass er mit seiner Ehrlichkeit nur an die Mannschaft denkt und helfen will. Und das schätze ich auch.

In der Krise wäre ein Sieg für Rapid gegen Altach extrem wichtig. Was erwarten Sie heute?

Gegen Altach ist die Vorbereitung besonders schwer, weil sie jedes Mal etwas anderes probieren. Einmal haben sie 20 Minuten lang vier Spieler nur vorne hingestellt und uns den Ball überlassen. Beim 0:1 gab es zuletzt schon beim Spielaufbau Manndeckung. So stark auf den Gegner angepasst spielt nur Altach. Aber wenn wir unsere Performance zu Hause mit Zug zum Tor abrufen, werden wir gewinnen. Ich bin auch zuversichtlich, weil jetzt im Kopf wieder alle frisch sind.

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