Sport | Bundesliga
04.12.2017

Schiedsrichter: Rapids Erwartung wird nicht erfüllt

Schiri-Boss Sedlacek: "Es ist sicher nicht so, dass sich die Klubs aussuchen werden können, welcher Schiedsrichter ihre Spiele leitet".

Am Samstag war bekannt geworden, dass Schiedsrichter Dieter Muckenhammer per eMail Morddrohungen erhalten hat (mehr dazu hier).

Der KURIER befragte Robert Sedlacek zur Causa. Österreichs Schiedsrichterboss über ...

... das Droh-eMail:

"Wir haben dadurch in Österreich eine neue Dimension erreicht. Wir als Schiedsrichterkommission sind aber nicht in diesem Verfahren involviert. Die Angelegenheit nehmen wir sehr ernst. Ich habe auch Rapid-Geschäftsführer Peschek gesagt, dass es nicht geht, dass die Sache heruntergespielt wird und Rapid sich klar von diesem eMail distanzieren soll. Uns ist sehr daran gelegen, dass schnell geklärt wird, wer diese Drohung verschickt hat."

... die Aufregung bei Rapid, weil Referee Muckenhammer Kapitän Schwab als "charakterlos" bezeichnet hat:

"Es sind nicht nur bei Spielern und Trainern, sondern auch bei Schiedsrichtern Emotionen im Spiel. Da werden auch manches Mal Dinge gesagt, die so eigentlich nicht gesagt werden sollten. Wir sind bemüht, für ein Klima zu sorgen, dass alle respektvoll miteinander umgehen. Wir hatten schon vor Jahren eine Zeit, in der das nicht so war. Und dazu sollte es nicht mehr kommen."

... die Erwartung Rapids, dass Muckenhammer bei ihren Spielen nicht mehr zum Einsatz kommt:

"Die Schiedsrichterkommission hat noch keine Meinung dazu, weil wir erst am Dientag die nächste Sitzung haben. Aber allgemein lässt sich sagen, dass wir in so einem Fall einen Schiedsrichter in der nächsten Zeit bei Spielen des betroffenen Vereins nicht einsetzen werden. Es ist aber sicher nicht so, dass sich die Klubs aussuchen können, welcher Schiedsrichter ihre Spiele leitet. Das wäre nicht im Sinne des Sports und der Fairness."

... die "Anregung" von Rapid-Spieler Louis Schaub, dass nicht nur die Fußballer, sondern auch die Schiedsrichter Regelschulungen haben sollten:

"Unsere Schiedsrichter haben im Sommer und im Winter eine jeweils einwöchige Regelschulung. Dazu werden während einer Saison mehrmals und regelmäßig die Fitness getestet und die Regelsicherheit abgefragt. Uns ist wichtig, dass die Auslegung der Regeln, die zum Teil großen Spielraum bietet, möglichst einheitlich erfolgt."

... seine Schiedsrichter-Bilanz zur Liga-Halbzeit:

"Im Allgemeinen sind die Schiedsrichterleistungen in Ordnung gewesen. Natürlich gab es einige Fehlentscheidungen, aber die sind menschlich und gehören dazu. Es gibt Zeiten, da häufen sich umstrittene Entscheidungen. Wenn es einen der sogenannten Großklubs betrifft, wird noch mehr darüber diskutiert, wobei man durchaus sagen kann, dass die umstrittenen Entscheidungen in den Rapid-Spielen korrekt waren."