Sport | Bundesliga
08.06.2017

Salzburg-Trainer bei St.-Etienne ein Thema

Oscar Garcia soll einer von nur mehr zwei Kandidaten beim französischen Erstligisten sein.

AS St.-Etienne sucht einen neuen Trainer. Das ist nicht verwunderlich. Denn Frankreichs Rekordmeister hat eine enttäuschende Saison hinter sich, der Tabellenachte lag punktemäßig meilenweit hinter den Europacup-Startplätzen. Für Österreich interessant wird die Trainersuche von St-Etienne aber erst durch französische Medienberichte: Mit Oscar Garcia soll der Trainer von Doublegewinner Salzburg mehr als ein Thema sein.

Laut der Sporttageszeitung "L'Equipe" sollen nur mehr der Katalane und Claude Puel in der engsten Auswahl sein. Der 55-jährige Franzose ist derzeit noch Trainer beim englischen Premier-League-Klub FC Southampton, soll aber dort kurz vor der Ablöse stehen. Ein Berater von St-Etienne soll sich gestern im Ausland befunden haben, um Verhandlungen zu führen. Salzburg bestätigte dem KURIER vorerst aber nur, dass es eine lose Kontaktaufnahme durch den Ligue-1-Verein gegeben hat.

Kryptischer Tweet

Oscars möglicher Abgang deutet sich schon sein Wochen an. Je näher das Saisonende kam, desto nebuloser wurden seine Aussagen über seine persönliche Zukunft. „Man weiß nie, was die Sommerpause bringt“, war nur eine der vielen unkonkreten Aussagen. Erst am Dienstag sorgte der 44-Jährige mit dem kryptischen Tweet „Man kann einem Lügner nie vertrauen“ für Verwirrung. Diesen löschte er allerdings gestern wieder.

Ein öffentliches Bekenntnis zu Salzburg gab es nie wirklich, obwohl er (und das sehr früh) seinen Vertrag, der eigentlich dieser Tage ausgelaufen wäre, im Juli 2016 vorzeitig um ein weiteres Jahr bis 2018 verlängerte – und das (anders als etwa Roger Schmidt) ohne Ausstiegsklausel. Salzburg wird vielleicht nun trotzdem einen neuen Trainer suchen müssen, würde aber wenigstens ein finanzielles Trostpflaster bekommen. Dieses soll auch heißes Thema bei den Verhandlungen sein.

Vier Titel

Oscar wurde Ende Dezember 2015 als Salzburg-Trainer präsentiert. Als erster Trainer in der Ära Red Bull konnte er die Titel im Cup und der Bundesliga, in der er mit seiner Mannschaft dazu einen klubinternen Punkterekord aufstellte, verteidigen. Die Gruppenphase der Champions League hat allerdings auch er nicht erreicht.

St.-Etienne läuft hingegen schon jahrzehntelang den eigenen Ansprüchen hinterher. 1981 gab es den letzten Meistertitel. Seither reichte es nur zu einem Liga-Cup-Sieg (2013). Vieles erinnert an Rapid: die Klubfarben, das fanatische und treue Publikum, die erfolgreiche Historie.

Stürmer Beric

Mit einem Ex-Rapidler würde es Oscar auch in St.-Etienne zu tun bekommen: Robert Beric. Der Slowene konnte nach einem Kreuzbandriss im November 2015 in der vergangenen Saison nicht überzeugen. Beric kam mit nur sechs Saisontoren nicht unter die Top 40 (!) der Torschützenliste der Ligue 1.