Sport | Bundesliga
06.07.2017

Salzburg bleibt in der Causa Lazaro "cool"

Der Teamspieler will weg, der Meister hat aber laut Sportchef Freund weiterhin kein Angebot vorliegen.

Im Mai 2012 stand Valentino Lazaro erstmals im Bundesliga-Kader von Red Bull Salzburg. Seitdem hat er gerade einmal 87 Bundesliga-Spiele absolviert. Eine Unzahl an Verletzungen bremste den Grazer immer wieder.

Nach seiner ersten verletzungsfreien Saison könnte sich der jetzt 21-Jährige laut Sportchef Christoph Freund "vorstellen, den nächsten Schritt zu machen". Nur dabei gibt es ein Problem: Salzburg hat noch immer kein Angebot eines anderen Vereins für den Teamspieler (Vertrag bis Sommer 2019) vorliegen. Dies wiederholte Freund gestern zum bereits x-ten Mal.

Seit Wochen wird in deutschen und österreichischen Medien über das Interesse von Hertha BSC berichtet. Die von Salzburg angeblich geforderten acht Millionen Euro Ablöse sollen dem deutschen Bundesligisten allerdings zu hoch sein. "Bei einem Transfer müssen die Rahmenbedingungen für alle Beteiligten passen", stellte Freund im Allgemeinen klar. Auf Lazaro angesprochen meinte er: "Er hat uns nie gesagt, dass er nicht bei uns spielen will. Wir werden cool bleiben."

Zu großer Kader

Um nervös zu werden, besteht auch kein Grund. Mit oder ohne Lazaro ist der Salzburger Kader mit über 30 Spielern ohnehin viel zu groß. Deshalb wird auch Innenverteidiger Asger Sørensen an den deutschen Zweitligisten Regensburg verliehen, sofern der oft verletzte Däne den medizinischen Test bestehen sollte.

Am Freitag steht für die Salzburger der letzte Test vor dem Hinspiel der zweiten Qualifikationsrunde der Champions League auf Malta gegen Hibernians auf dem Programm: Belgiens Meister RSC Anderlecht gastiert in der Red-Bull-Arena (19 Uhr).

Lazaro, der gerade erst ins Mannschaftstraining eingestiegen ist, wird wohl fehlen. Am Donnerstag wurde er beim 1:2 in Mondsee im Testspiel gegen Erste-Liga-Klub Wattens nach einer Stunde eingewechselt. Für den neuen Trainer Marco Rose ist er übrigens ein "fixer Bestandteil meiner Mannschaft". Der Deutsche stellte aber auch folgendes klar: "Für mich ist es essenziell, dass sich die Spieler zu 100 Prozent committen."

"Committen" ist übrigens ein neudeutsches Verb, das erst 2006 die Aufnahme in den Duden gefunden hat, für "sich bekennen". Ob das bei Lazaro noch so ist? "Solange er darüber nachdenkt, den nächsten Schritt zu machen, warte ich bei ihm aber noch auf dieses Commitment“, erklärte Rose.