Sport | Bundesliga
01.11.2017

Revolution: Tausche Free-TV gegen Millionen

Sky zahlt in Zukunft pro Jahr 35 Millionen an die Bundesliga. Dafür ist der ORF ab 2018 nur noch Zuseher.

Der 31. Oktober 2017 wird nicht nur als der Tag in den österreichischen Fußball eingehen, an dem Franco Foda erstmals öffentlich als ÖFB-Teamchef sprach. Nein, auch der TV-Markt ändert sich an diesem Tag eklatant.

Die Bundesliga unter der Führung von Christian Ebenbauer hat mit dem Pay-TV-Anbieter Sky einen Vertrag ausverhandelt und verabschiedet, der zum einen ...

so viel Geld wie noch nie bringt – nämlich rund 35 Millionen Euro pro Jahr und damit stolze 40 Prozent mehr für die Klubs als bisher;

... aber zum anderen ...

so wenig Free-TV zulässt wie noch nie in Österreichs Fußballgeschichte: Lediglich vier Live-Spiele während der gesamten Saison.

Sky hat ordentlich draufgelegt und mächtig zugeschlagen. "Live-Fußball und Free-TV? Das gibt es so nicht mehr", erklärt ORF-Sportchef Hans Peter Trost im KURIER-Gespräch. Denn Sky hat die Rechte für das Pay-TV und für das Free-TV gekauft. "Und zwar um eine Summe, wo wir nicht mehr mitkommen", sagt Trost.

Vertrag bis 2022

Die Bundesliga hat für die im Sommer startende Zwölferliga eine deutliche Steigerung bei den TV-Erlösen angepeilt und nach zähen Verhandlungen erreicht. Nach der Grundsatzvereinbarung in der Klubkonferenz "für die weltweiten und exklusiven Verwertungsrechte an der Tipico-Bundesliga für die Spielzeiten 2018/’19 bis 2021/’22" soll mit Sky demnächst auch der förmliche, also verbindliche Lizenzvertrag unterschrieben werden.

Für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk geht es jetzt nur noch um Schadensminimierung. "Das gewohnte Sonntagsspiel in allen 36 Runde kann man vergessen", sagt Trost. Denn der ORF könnte von Sky nur noch die Rechte für "eine Highlight-Sendung, Online-Clips sowie vier Spiele live pro Saison" erwerben. Sofern nicht auch noch ein anderer Free-TV-Sender mehr dafür zahlt.

Sky darf hingegen alle 195 Partien der neuen Liga übertragen. Mitbeschlossen wurde auch ein neuer Zeitplan: Es soll jeweils drei Spiele am Samstag und drei Spiele am Sonntag geben.

Für den ORF ist diese Niederlage nach dem Verlust der Champions League besonders bitter. Doch Trost nimmt es sportlich: "Das ist der internationale Trend, also keine Überraschung. Kleinere Vereine werden dadurch aber auch an Reichweite und Öffentlichkeit verlieren."