Sport | Bundesliga
17.02.2018

Rapids Strebinger: "Bei uns sind die Fetzen geflogen"

Harte Worte und harte Zweikämpfe – so hat sich Rapid auf das Krisenduell mit Sturm vorbereitet.

20.000 Karten sind für den Schlager Rapid – Sturm (16 Uhr) verkauft. Das ist einerseits immer noch mehr, als bei allen anderen vier Partien der 23. Runde zusammen in die Stadien kommen werden. Andererseits droht der schlechteste Besuch gegen die Grazer seit dem Umzug in das Allianz Stadion 2016.

Auch im Block West werden Plätze frei bleiben. In einem stundenlangen Krisen-Treffen mit Dutzenden Fan-Vertretern versuchte die Klubführung Donnerstagabend noch einmal, die endgültige Eskalation abzuwenden. Offiziell äußern will man sich vor der Partie lieber nicht.

Dass das Stadion nach dem Fehlstart ins Frühjahr leerer wird, ist kein Wunder. Über Rapid wurde in der ersten Februar-Hälfte extrem viel berichtet, aber kaum über Sportliches und noch weniger Positives. "Einige Spieler haben mit dem Rundherum Probleme, andere gar nicht. Wir haben das deshalb gar nicht mehr angesprochen. Wir dürfen nicht auf die Öffentlichkeit hören", meint Trainer Goran Djuricin.

Mentalitätsfrage

Dass in und rund um Hütteldorf viel los ist, bekommen die Spieler trotzdem mit. "Es ist heute schwierig, die Medien auszublenden. Umso wichtiger ist, den richtigen Umgang damit zu finden", sagt Goalie Richard Strebinger. Sportdirektor Fredy Bickel stellt das Wesentliche klar: "Wir wären ganz schlecht beraten, wenn wir damit Ausreden suchen würden."

Vielmehr nimmt der Schweizer die Spieler in die Pflicht: "Es gibt einige, die bei Vertragsgesprächen den Anspruch eines Führungsspielers stellen. Diese Qualität habe ich auf dem Verhandlungstisch gespürt, aber nicht in Hälfte eins gegen die Admira." Über die erste, torlose Hälfte in der Südstadt (die kurioserweise das bessere Ergebnis brachte als der viel ansehnlichere zweite Durchgang) erklärt Strebinger: "Ich sage im Namen aller Spieler: Das war einfach schlecht und unseres Anspruchs nicht würdig."

Und warum soll es heute besser werden, gegen den Winterkönig? "Es wird sehr intensiv. Im Training haben wir viel auf die Zweikämpfe geschaut: Bei uns sind die Fetzen geflogen. Das müssen wir auch im Match umsetzen", sagt Strebinger.

Umstellungen

Vor dem Tormann wird in einer offensiven ausgerichteten Elf wieder Boli Bolingoli verteidigen. Der Linksfuß ist nach seiner Zerrung schneller als erwartet fit geworden. Bei den Grazern ist die Aufstellung noch offen: Es ging ein Grippevirus um.

Nicht nur deshalb erwartet Djuricin "einen Gegner, der sehr angeschlagen ist. Das macht ihn aber auch gefährlich." Zwei Spiele, null Tore, zwei Niederlagen – so lautet die Bilanz von Heiko Vogel. Djuricin: "Dem neuen Trainer ist es nicht gelungen, seine Philosophie mit mehr Ballbesitz umzusetzen. Ich erwarte Sturm deshalb defensiv, auf Konter wartend."

Das Ziel "Heimsieg" ist klar: Die Krise soll nur noch in Graz ein Zuhause finden.