Sport | Bundesliga
04.11.2017

Rapid-Siegesserie: Nur Baric liegt noch vor Djuricin

Vor dem Hit bei Sturm hält Goran Djuricin bei sieben Siegen in Folge – nur Baric war bei Rapid besser.

Sturm gegen Rapid, Graz gegen Hütteldorf – die 14. Runde beginnt mit einem echten Schlager. Der Erste empfängt den Dritten (16 Uhr/live Sky), die Merkur-Arena ist ausverkauft.

Dass der Bundesliga-Klassiker auch zum Spitzenspiel taugt, war vor wenigen Wochen noch nicht klar. Während Sturm seit Saisonbeginn dominiert und zuletzt vier Liga-Spiele in Folge gewann, lag Rapid nach acht Runden noch auf Rang acht.

Sturm-Coach Franco Foda arbeitete sich damals zum Favoriten auf den Teamchefposten hoch, Rapid-Trainer Goran Djuricin stand hingegen in der Kritik.

Aber dann – mit dem 4:2 gegen den WAC – setzte eine grüne Siegesserie ein, die ihresgleichen sucht. Sieben Pflichtspiele wurden in Folge gewonnen. Gegen Sturm wird "mindestens ein Punkt" als Zielvorgabe für die Heimreise ausgegeben, intern wird es aber als durchaus realistisch eingeschätzt, dass die Serie auf acht Siege ausgebaut werden könnte.

Rekordhalter Baric

"Wir sind lediglich im Soll. Bei Rapid kommt das doch öfters vor, dass acht Spiele hintereinander gewonnen werden", vermutet Djuricin, der den Ball verbal flach halten will. Stimmt aber nicht.

Sieben Siege sind für Rapid eine Seltenheit, mehr hat es seit Gründung der Bundesliga 1974 laut einer KURIER-Recherche überhaupt erst einmal gegeben: Otto Baric schaffte 1987 sogar elf gewonnene Pflichtspiele in Folge (siehe Grafik oben). "Na bumm", sagt Djuricin und lacht, als er erfährt, dass sein Name in der Bestenliste bereits auf Platz zwei aufscheint.

Der letzte Trainer, der sieben Erfolge in Serie erklären durfte, war Peter Pacult 2008 – er wurde Meister. Davor schaffte das Josef Hickersberger – 2005, auf dem Weg zum Titel. "Ich freue mich wirklich, aber ich will das gar nicht hören", meint Djuricin. Seit auf die Meisteransage von Präsident Krammer ein Katastrophenjahr folgte, wird das böse M-Wort bei Rapid nicht mehr gerne verwendet.

Dabei ist auch eine andere Serie meisterverdächtig: In allen 13 Ligaspielen wurde getroffen – das gelang zuvor lediglich 1987/’88 und 1995/’96, beide Saisonen endeten mit dem Titel.

Ebenfalls einen Siebenerpack schafften Ernst Dokupil – und Hans Krankl, der als Einziger aus dieser Riege später nicht Meister wurde.

Am anderen Ende der Liste finden sich übrigens zwei Namen, die keine Serie schafften: Damir Canadi und Georg Zellhofer gewannen mit Rapid nie mehr als ein Pflichtspiel in Folge.

Fremdwort Meister

Auch Fredy Bickel lacht, als er den historischen Vergleich der Siegesserie unter Djuricin sieht. "Dann war meine Trainerwahl ja doch nicht so schlecht", meint der Sportdirektor, betont aber: "Ich will nichts vom Titel hören. Wer mir damit kommt, kriegt ein Problem mit mir. Aber unsere Mannschaft ist ohnehin sehr bodenständig."

Passend dazu sagt der im Rapid-Dress überhaupt noch ungeschlagene Lucas Galvão: "Sturm ist als Tabellenführer der klare Favorit." Fast schüchtern fügt der Brasilianer hinzu: "Aber wir sind Rapid und haben sehr viel Selbstvertrauen."

Trotzdem werden es die Wiener etwas vorsichtiger als zuletzt anlegen. "Sturm hat von allen Mannschaften in Österreich derzeit wahrscheinlich die wenigsten Schwächen. Wir müssen extrem auf ihre starken Konterspieler aufpassen", kündigt Djuricin an. Vielleicht mit einer eigenen Kontertaktik und den zuletzt verbesserten Veton Berisha als Spitze?

Flexible Ankündigung

Djuricin hat den besten Start ins Amt seit Dokupil im Jahr 2000 hingelegt und mit seiner Siegesserie auch an Finesse bei öffentlichen Auftritten gewonnen. Offiziell erwartet werden die flexiblen Grazer "mit einem 4-4-2 in offensiver Ausführung". Eingestellt wurden die Rapidler aber auch auf das wahrscheinlichere 3-4-2-1-System des künftigen Teamchefs Franco Foda.