Sport | Bundesliga
13.07.2017

Rapid: Keine Chance auf einen Kauf von Joelinton

„Auf dem Papier gibt es eine Kaufoption, aber sie ist für einen Verein wie Rapid leider nicht realistisch“, sagt Sportdirektor Bickel.

Sie saßen den ganzen Abend friedlich nebeneinander und die Eintracht wirkte nicht gespielt: Christoph Peschek und Fredy Bickel können und wollen miteinander.

Die beiden Geschäftsführer luden eine Journalisten-Runde in das Allianz Stadion, um Pläne und Visionen von Rapid zu diskutieren. In den letzten Monaten unter Bickel-Vorgänger Andreas Müller wäre das undenkbar gewesen, da krachte es zwischen Peschek und dem Deutschen regelmäßig.

Unterschriftenpflicht

Der für das Wirtschaftliche verantwortliche Peschek betonte, dass Sportchef Bickel seine gesamte Arbeit „im Sinne einer gemeinsamen Geschäftsführung“ anlege. Das ist auch hilfreich: Als Lehre aus den jüngsten Fehlern wurde bestimmt, dass alle wesentlichen Entscheidungen von beiden Geschäftsführern unterschrieben werden müssen. Über Streitfälle müsste das Präsidium abstimmen. „Aber das war bisher nie nötig.“

Geändert hat sich auch, dass Bickel einen größeren Teil seiner Arbeitszeit dem Nachwuchs widmet. Mit jedem einzelnen der Top-Talente wurde nach persönlichen Gesprächen ein Karriereplan entwickelt. Peschek freut sich über „den ganzheitlichen Blick von Bickel“. Ähnliche Ideen,wie sie Ex-Sportdirektor Hörtnagl bis 2011 in die Talenteförderung einbringen wollte, werden demnach wieder stärker verfolgt.

Unleistbar

Ein noch so guter Karriereplan würde Rapid aber nicht bei Joelinton helfen. Der brasilianische Stürmer ist noch ein zweites Jahr von Hoffenheim ausgeliehen, dann folgt der Abschied.

Rückblick: Als Joelinton Ende Juni 2016 erstmals mittrainierte, meinte Müller auf KURIER-Anfrage, dass es keine Kaufoption gebe. Drei Wochen später sprach der Sportdirektor von einem „Kommunikationsproblem – es gibt die Kaufoption.“

Bickel klärt auf: „Auf dem Papier gibt es eine Kaufoption, aber sie ist für einen Verein wie Rapid leider nicht realistisch.“ Der Schweizer will keine Zahlen nennen, es besteht aber kein Zweifel, dass der 20-Jährige selbst nach einer für Rapid sehr gut verlaufenden Saison und anderen Millionenverkäufen für die Hütteldorfer unleistbar bleiben wird.

Über die Pläne mit den Talenten Ljubicic, Gashi, Gartler und Arase lesen Sie im Freitag-KURIER.